Einmal im Jahr wird Wahlwies zum Schauplatz von großem Jazz, wenn das Lakeside Jazz Orchestra in der Reihe "Jazz und Dünnele" gastiert. Und die Bigband mit Musikern aus allen Bodensee-Anrainerstaaten war in diesem Jahr immerhin schon zum zweiten Mal zu Gast in der Scheune von Wolfram Renner. Knapp 90 Zuhörer nahmen die Gelegenheit wahr, die 17 Musiker und Sänger Enrico Orlandi zu erleben. Für den großen Aufwand, den Wolfram Renner, seine Familie und einige Freunde getrieben hatten, um die geräumige Obstscheune neben dem Winkelstüble für diesen besonderen Anlass herauszuputzen, hätten es auch einige mehr sein dürfen.

Schon deutlich vor der Öffnung standen die ersten Gäste vor der Tür, um sich die besten Plätze zu sichern. Doch auch die hinteren Plätze boten den vollen Genuss. Uwe Ladwig moderierte den Abend und brachte den Gästen einen der Programmschwerpunkte, das "Rat Pack" mit den Schauspielern und Entertainern Frank Sinatra, Sammy Davis Jr., Dean Martin, Joey Bishop, Peter Lawford und Shirley MacLaine, nahe. Auf dem Programm standen denn auch eine ganze Reihe von Klassikern aus dem Repertoire der legendären Entertainer-Truppe, bei denen Enrico Orlandi den Gesangpart übernahm. Er stieg bei "It Don't Mean A Thing" und "I've Got You Under My Skin" ein und begeisterte mit seiner Ausstrahlung, die tatsächlich an Frank Sinatra und Dean Martin erinnerte. Bei "Me and Mrs. Jones" sowie "Beyond The Sea" schmolzen wohl vor allem die weiblichen Gäste dahin.

Doch die Zuhörer bekamen auch anderes auf die Ohren. Die Bigband eröffnete mit "Groove Merchant", Erik Hörenberg übernahm gefühlvoll zu Charles Chaplins "Smile" am Flügelhorn das Solo. Ganz bewusst streute das Orchester dazu kontrastierende Titel ein, wie "Tutu" von Marcus Miller. Das lässige Programm endete mit zwei Zugaben nach fast drei Stunden. Und Gastgeber Wolfram Renner? Der plante noch am selben Abend das nächste Bigband-Konzert – für den 29. Juni 2018.