Auf Einladung der grünen Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger präsentierte Robin Kreimeyer von der Universität St. Gallen ein "innovatives Konzept", um die Energiewende erfolgreich umzusetzen. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit hat der Student der Betriebswirtschaftslehre zusammen mit vier Kommilitonen ein Geschäftsmodell für sogenannte Energiegenossenschaften entwickelt. Dieses stellte er in den Räumen der Stadtwerke Stockach interessierten Bürgern vor, darunter der Stadtwerkechef aus Engen, Peter Sartena, Andreas Klatt von der Bürger-Energie Bodensee, Bene Müller, Vorstand der Solarcomplex AG sowie Jürgen Fürst, Chef der Stadtwerke Stockach. "Unser Geschäftsmodell ist sehr innovativ und radikal", so formulierte es der Referent selbst.

Kernpunkt des Modells ist der Aufbau sogenannter Communities (Genossenschaften), innerhalb derer private Haushalte miteinander vernetzt werden, die regenerativen, selbst produzierten Strom – in der Hauptsache über Photovoltaik – untereinander teilen und damit unabhängig von zentraler Stromversorgung werden. In seinem Projekt namens Empower, das von der EU gefördert wird, unterscheidet Kreimeyer zwischen Prosumenten und Konsumenten. Erstere produzieren ihren Strom selbst und verbrauchen ihn auch selbst, während Konsumenten vollständig vom öffentlichen Stromnetz abhängig sind.

Die grüne Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger bedankt sich bei Referent Robin Kreimeyer von der Universität St. Gallen für dessen Ausführungen zum Thema Innovative Konzepte zur Energiewende. <em>Bild: Reinhold Buhl</em>
Die grüne Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger bedankt sich bei Referent Robin Kreimeyer von der Universität St. Gallen für dessen Ausführungen zum Thema Innovative Konzepte zur Energiewende. Bild: Reinhold Buhl

Kreimeyers Ideen: Entwicklung von Hochleistungsbatterien, um bessere Energiespeicherung zu ermöglichen, sowie die Vernetzung der Haushalte, um sich gegenseitig auszuhelfen. Bei der anschließenden regen Diskussion reichten die Wortmeldungen von "Ich bin da sehr skeptisch" (Bene Müller) bis zu "Energiewende kann richtig Spaß machen."(Andreas Klatt). Stadtwerkechef Jürgen Fürst bedankte sich beim Referenten und zog ein interessantes Fazit: "Wenn ihr Projekt erfolgreich sein wird, wird es den klassischen Strommarkt radikal verändern – wir als Stadtwerke Stockach werden uns der Herausforderung stellen."