Das Straßenfest zum Schweizer Feiertag zog trotz der schwülen Hitze viele Besucher an. Neben vielen Warenständen, die wortwörtlich von Kopf (Strohhüte) bis Fuß (Socken in allen Variationen) alles bereithielten, gab es überall in der Stadt Stände mit Speisen und Getränken. Besonders begehrt waren die schattigen Sitzplätze am Straßenrand.

Auf der Treppe zur Oberstadt hatten sich überwiegend Kinder niedergelassen. Sie boten Spielsachen, Bücher und Bekleidung zu günstigen Preisen an. Wer mal eine Pause brauchte, lief einfach auf den Vorplatz der St. Oswald Kirche. Dort hatte die Stadtjugendpflege ihren Bereich. Neben dem Saftladen des Präventionsnetzwerks B.free kam wieder die Kletterwand zum Einsatz. Erstaunlich junge Kinder trauten sich ganz hoch hinauf – immer gut gesichert vom Team rund um Stadtjugendpfleger Frank Dei. "Wir haben in diesem Jahr starke Konkurrenz in Singen und Pfullendorf", sagte er. Doch sei er mit dem Zulauf zufrieden. Im bunten Bällebad konnten sich Kinder zwar nicht erfrischen, aber mit viel Eifer einen Tischtennisball suchen. Zur Belohnung gab es etwas Süßes.

Nebenan begrüßten Tourist-Information und Kulturamt die Gäste. "Es ist der erste Tag, an dem unser Sommerferienprogramm in der Auslage ist", freute sich Christina Kästle. Auch den Katalog zur Ausstellung der Wagner-Sammlung im Stadtmuseum bot sie an. "Alle anderen Kataloge gibt es heute zu Sonderpreisen. Eine hübsche Idee waren die "Blumengrüße aus Stockach" – eine Tüte mit Samen, die als Postkarte verschickt werden kann. "Und wir haben das neue Programm für die Kleinkunst und Meisterkonzerte der kommenden Saison dabei", hob Kästle hervor.

Die Musikschule Stockach feiert in diesem Jahr 40. Geburtstag und stellte sich vor dem Bürgerhaus mit mehreren Gruppen vor. Am Stand verkaufte auch Sieglinde Hubov, Leiterin des Musikgartens, Kaffee und Kuchen und kam mit Gästen ins Gespräch. Die Konzertreise der Stadtmusik nach New York sei bombastisch gewesen, schwärmte sie. Am Samstag spielten die Musiker mit Vize-Dirigent Jochen Fischer am Kuony-Brunnen.

Zufrieden zeigte sich auch Dirk Lindemann vom Lions-Club. Ihr Bücherstand habe Stammkunden, die gleich morgens kämen. Mit dem Erlös unterstützt der Lions-Club soziale Zwecke wie die Stockacher Tafel, die Stadtjugendpflege oder die Schulen, aber auch das Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf in Wahlwies, Familien in Not oder die Ukraine-Kinderhilfe. "Wir sind auch vor Ort, um zu zeigen, dass wir aktiv sind", sagte Lindemann.

Die Ski-Zunft Stockach ist bekannt für ihre Kuchen. Zur Kaffeezeit gab es daher eine längere Schlange. "Wir sind seit Jahren an dieser Stelle zu finden. Die Leute wissen das und kommen immer wieder zu uns", freute sich Ingrid Tieke, die mit Sonja Meier-Reiser die Stand-Organisation übernommen hatte. Hier sei es etwas ruhiger, das gefiele den Gästen. "Und wir sind ein gutes Team. Die Helfer schaffen jedes Jahr gerne, weil es bei uns ganz harmonisch zugeht."

Etwas versteckt präsentierte die VHS drei Angebote: Ulla Attenberger, Dozentin für Zeichnen und Malen, leitete Kinder an und porträtierte Besucher. Jutta Wagner-Kleinhempel zeigte Filztechniken und Angelika Wirtz bot einen Schmuck-Workshop an und hatte eine große Auswahl an Ketten dabei.

Und die Besucher? Überwiegend hört man zufriedene Töne, wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt. Marco Demmer aus Wahlwies war mit Anja Kuppel, Alida Klaiber, Laura Kramer und Luca Siegenthaler im Seehäsle gekommen. Sie fühlten sich wie in Italien auf dem Markt, meinte er. Erst mal wollten sie überall durch laufen und sich dann etwas zum Essen holen.

Fridolin Lempp, der von 1987 bis 2007 Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Wahlwies war und heute Ehrenmitglied ist, ließ sich mit seiner Frau am Stand der Stockacher Feuerwehr nieder. "Erst einmal den Durst stillen, dann laufen wir weiter und schauen, wo wir etwas essen", lautete sein Plan.

Nach dem Auftritt mit dem Musikverein Nenzingen war Markus Senger zufrieden. "Es war schattig und nicht zu heiß. Wir haben fast zwei Stunden lang gespielt. Viele Leute sind stehen geblieben und haben uns zugehört." Nach einem kleinen Rundgang zog es ihn ins Schwimmbad. Odile Emrich aus Mühlingen filzte bei der VHS eine Blume: "Es macht großen Spaß. Das wollte ich schon immer ausprobieren und hier ist es richtig gemütlich."