Fehlende Schulbusse, bezahlbarer Wohnraum und Beiträge für die Kinderbetreuung: Das sind nur einige der Themen, um die es beim Bürgerdialog der des CDU-Stadtverbands ging. Die rund 40 Anwesenden brachten vieles ein, das auf einer digitalen Folie zusammengetragen wurde.

Für Gesprächsstoff sorgte etwa der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Es sei ein Glückstreffer gewesen, als er und seine Familie ihre Wohnung gefunden hätten, sagte ein älterer Herr: „Alles andere, das wie uns angeschaut haben, kann sich ein Normalverdiener nicht leisten.“ Stadtrat Martin Bosch wies darauf hin, dass die Stadt sich bemühe, den sozialen Wohnungsbau voranzutreiben: „Das braucht aber Zeit, denn die Mieten rennen den Baupreisen hinterher.“

Schulbusse sind Mangelware

Jessica Hiller beklagte, dass die Wege für Schulkinder weiter geworden seien, seit es nur noch eine Grundschule gäbe. „Gleichzeitig sind Schulbusse Mangelware“, sagte die junge Mutter aus Stockach. Sie plädierte auch für mehr und zielgruppenorientiertere Angebote für Jugendliche und eine bessere Pflege der Spielplätze. Auch fehlten an vielen Orten Mülltonnen und Sitzbänke.

Letzterem stimmte Stephanie Haas-Komp zu, die seit 19 Jahren mit ihrer Familie in Stockach lebt. „Gerade für Senioren bräuchte es mehr Sitzgelegenheiten“, sagte sie. Wie viele andere in der Runde sprach sie sich zudem dafür aus, dass sich die Stadt für eine Belebung der Oberstadt einsetzen solle: „Wir haben dort so einen tollen Platz – da sollte täglich Leben sein.“

Diskussionen um Erhöhung der Beiträge für Kinderbetreuung

Einige Eltern, die sich gegen die Erhöhung der Beiträge für die Kinderbetreuung wehren, wollten wissen, wie sich die CDU zum Anstieg der Kosten ab Januar positioniert. Eine Mutter ergriff das Wort und sagte, die Eltern seien über die Erhöhung der Beiträge verärgert, einzelne sähen sich gar in ihrer Existenz bedroht.

Antonio D'Angelo, Familienvater aus Stockach, pflichtete ihr bei: „Meine Frau und ich haben beide zusätzlich einen Nebenjob, um über die Runden zu kommen.“ Es gehe ihnen nicht um die Abschaffung, sondern nur um eine angemessene Erhöhung der Beiträge.

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Nach Ansicht der Eltern werden durchschnittliche Familien mit ein bis zwei Kindern durch den neuen Gebührenschlüssel benachteiligt. Anne Storm, die erstmals für den Gemeinderat kandidiert, vertrat eine andere Meinung. „Ich habe drei Kinder und mich für das neue Modell eingesetzt“, sagte die CDU-Frau aus Wahlwies. Ihre Familie werde durch den neuen Gebührenschlüssel erheblich entlastet.

Christoph Stetter, der Vorsitzende des Stadtverbands, warf ein, dass an diesem Abend keine Lösung gefunden werden könne: „Wir greifen das Thema aber auf und werden darüber diskutieren, wie wir uns dazu positionieren.“ Anne Storm nutzte die Chance, um Werbung für neue Gesichter im Gemeinderat zu machen. „Wählen Sie junge Frauen und keine alten Männer – für die ist das Thema durch“, sagte sie in Richtung der versammelten Mütter und Väter.

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Neben den vielen Ideen, was in Stockach verbessert werden könnte, gab es auch Lob für die anwesenden Stadträte und den Gemeinderat allgemein. Viel Zuspruch erhielt das Gremium dafür, dass es sich für den Erhalt des Krankenhauses einsetzt. Und Stephanie Haas-Komp lobte das Schulangebot: „Das muss absolut erhalten bleiben.“

Anlass für den Bürgerdialog waren die anstehenden Kommunalwahlen im kommenden Jahr. Der Stadtverband lud ein, um zu hören, was die Stockacher Bürger bewegt. „Die Rückmeldungen sollen, soweit möglich, in unser Wahlprogramm mit einfließen“, sagte Christoph Stetter. Je nachdem könne man gewisse Themen auch gleich anpacken und eine Lösung suchen.