Die weltweiten Klimastreiks haben gestern auch Radolfzell erreicht. Mit Transparenten und Sprechchören zogen rund 500 Schüler, Eltern und Lehrer vom Milchwerk zum Marktplatz, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

Auch einige Schüler aus Stockach waren extra nach Radolfzell gefahren, um ihre Unterstützung deutlich zu machen. "Ich versuche schon jetzt, Plastikmüll möglichst zu vermeiden", erklärte der 17-jährige Luca Wehrle.

Damit erfüllt er eine der durch die Aktion geforderten Maßnahmen. Um die Erderwärmung zu stoppen, wollen die Schüler den Konsum reduzieren und verlangen ein nachhaltigeres Wirtschaftssystem.

"Ich versuche schon jetzt, Plastikmüll möglichst zu vermeiden"  Luca Wehrle, 17
"Ich versuche schon jetzt, Plastikmüll möglichst zu vermeiden" Luca Wehrle, 17 | Bild: Rolf Hohl

Dass ihre Anliegen durchaus ernst sind, wurde vor allem bei den Reden auf dem Marktplatz deutlich. "Wir leben auf Kosten der Menschen an anderen Orten dieser Welt, denen wir durch Treibhausgase und Umweltzerstörung die Grundlage zum Überleben nehmen", sagte Jule Kübler, die Schülerin des Friedrich-Hecker-Gymnasiums und eine der Organisatorinnen des Klimastreiks ist.

Schützenhilfe bekamen die Jugendlichen von Gemeinderatsmitglied Siegfried Lehmann (FGL), der insbesondere die ablehnende Äußerungen von Bundespolitikern zu den Freitagsprotesten kritisierte: "Ausgerechnet jene, die schon lange Zeit politische Verantwortung tragen, stellen sich jetzt hin und behaupten, junge Leute würden die Zusammenhänge beim Klimaschutz nicht verstehen."

Auch viele Eltern und Umweltschutzverbände wie BUND und Nabu brachten ihre Unterstützung zum Ausdruck.