Stockach soll weiter wachsen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung neben dem Bebauungsplan für den Bereich Goethestraße auch für drei weitere Gebiete die Planung angestoßen oder vorangebracht. Ein Überblick:

  • Reiser: Bei dem Gebiet, das sich entlang der Radolfzeller Straße zieht, dürfte es sich um die prominenteste der drei Flächen handeln. Tausende Autos, Lastwagen und Busse fahren täglich dort vorbei. Das bekannteste Gebäude auf der Fläche ist der frühere Firmensitz des Bauunternehmens Mühlherr-Wagner, heute eine Zweigstelle des Baustoffhändlers Bücheler und Martin. Der Bebauungsplan, der dort gilt, stamme aus den 1960er-Jahren, erklärte Harald Schweikl vom Stockacher Stadtbauamt in der Sitzung. Nun soll das Karree zwischen Radolfzeller Straße, Reiserweg und Kindergartenstraße neu überplant werden. Ein Ziel laut der Sitzungsvorlage: für einen Teil des Gebiets eine verdichtete Bebauung vorzusehen. Außerdem soll die Gewerbenutzung für das Grundstück an der Ecke von Radolfzeller und Kindergartenstraße gesichert werden. Die Neuplanung steht auch im Zusammenhang mit den Plänen, eine Umfahrung im Westen von Stockach zu bauen. Dadurch werde ein Ausbau des Schiesser-Knotens sehr unwahrscheinlich, so Schweikl. Und Häuser könnten näher als die bisher vorgeschriebenen 20 Meter an die Straße rücken, erklärte Bürgermeister Rainer Stolz. Allerdings müsse man sehen, inwieweit an der Straße ein Wohngebiet ausgewiesen werden könne, ergänzte Schweikl. Der Gemeinderat hat die Aufstellung des Plans einstimmig beschlossen.
Das Wohngebiet Sommerresidenz im Ortsteil Espasingen: Der Bebauungsplan, der neu aufgestellt wird, soll auch auf dieses östliche Grundstück umfassen.
Das Wohngebiet Sommerresidenz im Ortsteil Espasingen: Der Bebauungsplan, der neu aufgestellt wird, soll auch auf dieses östliche Grundstück umfassen. | Bild: Freißmann, Stephan
  • Sommerresidenz: An dieser Stelle im Ortsteil Espasingen wird es bereits konkreter. Hier hat der Gemeinderat einstimmig dem Planentwurf zugestimmt und die öffentliche Auslage beschlossen. Der Plan orientiert sich laut der Vorlage am ursprünglichen städtebaulichen Konzept. Dieses wurde 2015 mit dem damaligen Besitzer, dem gräflichen Haus Bodman, geschlossen. Im Wesentlichen ist es auch umgesetzt, bis auf ein Mehrfamilienhaus, das anstelle der früheren Sommerresidenz entstehen soll. Damit es bei diesen Zielen bleibt, gibt es nun den Bebauungsplan, der außerdem zwei Grundstücke im Osten des Gebietes einschließt. Vor dem Beschluss gab es eine Diskussion, die am Planentwurf aber nichts Wesentliches änderte. Nach Vorschlägen des Ortschaftsrates, die Andreas Bernhart, Ratsmitglied (CDU) und Ortsvorsteher, vortrug, machte Stolz den Vorschlag, bei allen Einfamilienhäusern in dem Gebiet zwei Wohneinheiten zuzulassen, nicht nur bei denen am östlichen Ende des Gebiets.
Das Gebiet Kai, ebenfalls im Ortsteil Espasingen. Dort sollen fünf Bauplätze ausgewiesen werden.
Das Gebiet Kai, ebenfalls im Ortsteil Espasingen. Dort sollen fünf Bauplätze ausgewiesen werden. | Bild: Freißmann, Stephan
  • Kai: An dieser Stelle am nördlichen Ortsrand von Espasingen sollen fünf Bauplätze entstehen – vier für Häuser mit höchstens je zwei Wohneinheiten, einer für ein Mehrfamilienhaus, heißt es in der Sitzungsvorlage. Um das zu erreichen, müsste ein ursprünglich vorhandenes Biotop wieder hergestellt werden, so Harald Schweikl. Auf der Fläche habe sich ein Wald entwickelt. Ortsvorsteher und Ratsmitglied Bernhart sagte: „Es hat sich gelohnt, dafür zu kämpfen.“ Der Gemeinderat stimmte dem Planentwurf einstimmig zu, auch hier folgt die öffentliche Auslage.