Jetzt können die Sanierungsarbeiten in der Sankt-Georg-Kirche in Hoppetenzell beginnen. Denn die noch ausstehende denkmalschutzrechtliche Genehmigung des Landesdenkmalamtes liege mittlerweile vor, wie Architekt Roland Stegmaier, der das Vorhaben betreut, erklärt. Er hat nach eigener Aussage das Projekt 2018 vom erzbischöflichen Bauamt übernommen.

Die Kirche von der Empore aus gesehen. Die Bänke bleiben nach der Sanierung im Mittelschiff der Kirche erhalten. Der Altar (hinten in der Mitte) und die Stufenanlage davor sollen umgestaltet werden. Bilder: Felix Hauser
Die Kirche von der Empore aus gesehen. Die Bänke bleiben nach der Sanierung im Mittelschiff der Kirche erhalten. Der Altar (hinten in der Mitte) und die Stufenanlage davor sollen umgestaltet werden. Bilder: Felix Hauser | Bild: Hauser, Felix

Der Startschuss für die Sanierung fiel jüngst nach dem letzten Gottesdienst mit dem Ausräumen des historischen Gebäudes. Bänke, Hochaltar und Orgel bleiben aber während der Sanierung in der Kirche und werden mit Folien geschützt. „Die Orgel wird eingehaust. Wir bauen um sie ein Lattengestell und installieren darauf eine atmungsaktive Folie“, so Stegmaier. Außerdem werde während der Sanierung den Holzwurmbefall an der Orgel bekämpft. Es sind aber auch verschiedene Veränderungen innen und außen geplant. Eine Übersicht:

Bogenförmige Stufen zum Altar

Der Altarraum erhält eine Umgestaltung. Für diesen wurde 2018 ein Künstlerwettbewerb ausgelobt, bei dem der Entwurf von Bildhauer Wolfgang Eckert aus Furtwangen im Schwarzwald gewonnen hat. Er sieht einen runden Altar in der Kirche vor. Bisher befand sich dort ein rechteckiger Altar. Außerdem werde nach dem Entwurf die Stufenanlage vor dem Altar bogenförmig ausgebaut, so Stegmaier. „Die Kirche möchte den Altar näher zu den Gottesdienstbesuchern bringen“, erklärt er.

Der Altarraum der Kirche St.Georg in Hoppetenzell vor der Sanierung. Bild: Felix Hauser
Der Altarraum der Kirche St.Georg in Hoppetenzell vor der Sanierung. Bild: Felix Hauser | Bild: Hauser, Felix

Keine Stolperfallen mehr

Im Fliesenboden, der in der Kirche verlegt ist, sollen Stolperfallen beseitigt werden. Ebenfalls werden Treppen in den Glockenturm gebaut. Obendrein repariere man eine undichte Stelle im Dach.

Mehr Raum für die Beichte

Speziell für Beichtgespräche gestalte man laut Stegmaier die Sakristei um. Bisher habe es diese Möglichkeit nur in Stockach gegeben. „Das Beichtverhalten hat sich verändert. Ältere Leute müssen dafür dann nicht mehr extra nach Stockach gehen.“ Beide Beichtstühle sollen aber in der Kirche bleiben.

Frische Farbe und Lampen

Die Wände bekommen zuerst eine Reinigung, bevor man sie mit Münsterkalk neu streiche. Zudem soll es Arbeiten an der Innendecke geben. Die Kirche erhalte auch eine neue Beleuchtung. Diese solle aber der bisherigen sehr ähneln, betont Stegmaier. Der Beginn von den Putz- und Malerarbeiten ist für den Sommer vorgesehen.

Auch außerhalb der Kirche stehen Maßnahmen an. So solle die Fassade von St. Georg an der Westseite der Kirche aufgrund einer starken Verwitterung einen neuen Anstrich erhalten.

Die Orgel wird während der Sanierung eingehaust und vom Holzwurmbefall befreit. Das bedeutet, dass um sie herum ein Lattengestell gebaut wird, sodass sie von einer atmungsaktiven Folie bedeckt werden kann.
Die Orgel wird während der Sanierung eingehaust und vom Holzwurmbefall befreit. Das bedeutet, dass um sie herum ein Lattengestell gebaut wird, sodass sie von einer atmungsaktiven Folie bedeckt werden kann. | Bild: Hauser, Felix

Neuerungen bei den Fenstern

Gläser, die kaputt seien, werden ersetzt, so Stegmaier. Es gibt allerdings an den Fenstern zwei Neuerungen. Zum einen bekommen alle Fensterheizkörper, die gegen Konvektionsströme helfen sollen. „Bei Konvektionsströmen fällt die kalte Luft nach unten und die warme Luft steigt nach oben“, erklärt der Architekt. Das führe dazu, dass es bei den äußeren Plätzen in der Nähe der Wände kalt sei. Zum anderen sollen die Fenster eine Lüftungsanlage bekommen, die selbstständig zum Lüften öffnen könne.

Die sanitären Anlagen

Eine Toilette wird im Turmschaft eingebaut. „Das Pfarrhaus nebenan, das eine Toilette hatte, wurde veräußert“, erklärt Stegmaier. Deshalb sei nun eine neue sanitäre Anlage notwendig. Dafür müssten allerdings erst neue Zu- und Abwasserleitungen verlegt werden.

Der bröckelnde Putz im Sockelbereich soll der Vergangenheit angehören. Er wird um die Kirche herum komplett neu verputzt und angestrichen. Unter die Pflastersteine kommt eine Sickerschicht.
Der bröckelnde Putz im Sockelbereich soll der Vergangenheit angehören. Er wird um die Kirche herum komplett neu verputzt und angestrichen. Unter die Pflastersteine kommt eine Sickerschicht. | Bild: Hauser, Felix

Arbeiten im Außenbereich

„Das Kreuz oben auf der Spitze wird von einem Bildhauer restauriert“, sagt Stegmaier. Der Sockelbereich, bei dem inzwischen an manchen Stellen der Putz bröckelt, verputze und streiche man um die Kirche neu. Um den Sockel sind auf dem Boden drei Reihen Pflastersteine herum gesetzt. „Diese kommen raus, damit wir darunter eine Sickerschicht machen können“, erklärt der Architekt. Danach werden sie wieder gesetzt.

Dauer und Kosten

Die Arbeiten sollen laut Roland Stegmaier planmäßig an Allerheiligen abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 750 000 Euro. Für die Kosten der Renovierung gibt es eine Mischfinanzierung (siehe unten).

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