Bei der Unterbringung von Obdachlosen in der Stadt könnte es bald Bewegung geben. Denn die Wohncontainer, die die Stadt als Übergangslösung in der Straße Stegwiesen errichten will, können kommen. Dies sagt Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz auf Nachfrage. Juristische Auseinandersetzungen im Zusammenhang damit seien mittlerweile geklärt. Einen genauen Zeitplan für die Aufstellung gibt es laut Stolz aber noch nicht.

Die Wohncontainer sind wichtig für ein anderes Projekt. Denn drei marode städtische Gebäude in der Robert-Koch- und der Albert-Schweitzer-Straße sollen abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Die Bewohner müssen so lange umziehen. Einige Wohnungen in diesen Gebäuden dienen der Unterbringung von Obdachlosen – also zur Überbrückung einer vorübergehenden Notlage, zu der die Stadt verpflichtet ist. Wer in der Obdachlosenunterbringung lebt, hat keinen Mietvertrag.

In anderen Wohnungen würden Mieter leben, so Stolz. Der Plan ist laut einer früheren Verwaltungsvorlage für den Gemeinderat, dass in der Robert-Koch- und in der Albert-Schweitzer-Straße am Ende 44 Wohneinheiten zur Verfügung stehen, wo jetzt 21 sind. Wer als Bauherr in Frage kommt, ist laut Stolz noch nicht geklärt. Es gebe aber Überlegungen, dass die Stadt selbst baut.

Der Ersatz durch Neubauten werde nur schrittweise vorangehen, sagt Stolz. Denn selbst wenn die Bewohner einer betroffenen Wohnung ausgezogen sind, könne es immer noch sein, dass wieder jemand als Obdachloser untergebracht werden müsse: "Das kann man nicht voraussehen." Und Peter Fritschi, Leiter des städtischen Baurechts- und Ordnungsamtes, gibt einen weiteren Punkt zu bedenken. Selbst wenn die zehn Wohncontainer voll belegt würden, würden sie nicht für alle betroffenen Menschen genügen – man brauche also noch weitere Quartiere. Die Anschaffung der zehn Wohncontainer, die laut Fritschi fertig ausgestattet sind, hat der Planungsausschuss des Gemeinderats im November 2017 beschlossen.