Die städtischen Finanzen haben sich in den vergangenen beiden Jahren sehr gut entwickelt, doch das Rechnungsamt stellt sich darauf ein, dass die Einnahmen nicht mehr so stark sprudeln werden wie 2016 und 2017 – so lassen sich die Berichte grob zusammenfassen, die Rechnungsamtsleiter Bernhard Keßler in der jüngsten Gemeinderatssitzung dem Gremium gegeben hat.

So kam die Stadt 2016 und 2017 ohne eingeplante neue Kredite aus. Vor allem die Einnahmen bei der Gewerbesteuer sind wesentlich höher ausgefallen als geplant. Laut der Jahresrechnung kamen 2016 so etwa 2,5 Millionen Euro mehr in die städtische Kasse als geplant (gesamt 8,4 Millionen Euro), laut der vorläufigen Jahresrechnung 2017 sind im vergangenen Jahr wiederum 2,2 Millionen Euro mehr an Gewerbesteuer eingegangen als geplant (gesamt 9,2 Millionen Euro). Keßler sieht die Zeit der großen Mehreinnahmen allerdings zu Ende gehen, dies sei an den vorhandenen Zahlen für 2018 absehbar.

Auch die Zuführungen vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt seien in beiden Jahren deutlich höher ausgefallen als geplant, erklärte Keßler. Aus den Rücklagen gab es 2017 zwar Entnahmen, diese sind laut Keßler allerdings mit 2,4 Millionen Euro um eine Million Euro niedriger ausgefallen als geplant. Ende 2017 seien noch etwa 6,4 Millionen Euro in der Rücklage gewesen, so Keßler. Die Personalausgaben, ein großer Posten im städtischen Haushalt, lagen in beiden Jahren jeweils unter dem Ansatz. Der Schuldenstand der Stadt hat sich zu Ende 2017 auf etwa 3,8 Millionen Euro reduziert – etwa 230 Euro pro Einwohner aus dem Kernhaushalt, also ohne Stadtwerke und Krankenhaus, wie Keßler vorrechnete. Ein rascherer Schuldenabbau, den Wolfgang Reuther (CDU) trotz niedriger Zinsen ins Spiel brachte, sei allerdings nicht sinnvoll, denn er würde zum Beispiel Vorfälligkeit bei der Ablösung kosten. Angesichts der geplanten städtischen Investitionen sei es zudem besser, vorhandenes Kapital aufzuheben, argumentierten Wolf-Dieter Karle (Freie Wähler) und Harald Karge (SPD).

Die Fertigstellung der Jahresrechnung für 2016 habe sich wegen eine Software-Umstellung und mehrerer Krankheitsfälle bei den Mitarbeitern bis jetzt verzögert, so Keßler.