Mehr als 200 Konzertbesucher waren beim Auftritt des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim im Festsaal des Pestalozzi Kinderdorfs in Wahlwies – und sie bejubelten das Ereignis enthusiastisch. „Genau im November feiern wir den 300. Geburtstag von Leopold Mozart, dem Vater des berühmten Wolfgang Amadeus„, erläuterte Georg Mais, der als Gastdirigent mit werkdienlichen Erläuterungen durchs Programm führte. Mais, der die 15 Streicher in Stammbesetzung mit gewohnt tänzerischer Performance durch die Werke führte, hat mit den Rokoko-Raritäten aus der Feder des Jubilars einen Schatz gehoben.

So schwungvoll, souverän und spritzig wie die Willkommensansprache der Kinderdorf-Mitarbeiterin Anne Okolowitz war dann auch der beflügelnde Einstieg in die im italienischen Rokoko komponierte F-Dur-Sinfonie. Im Stil des deutschen Rokoko präsentierte sich Leopold Mozarts Konzert für Viola und Orchester in D-Dur. Eine Besonderheit war hier, dass die amerikanische Viola-Virtuosin Cheryl Swoboda als Mitglied des Orchesters ihre solistischen Qualitäten mit großer klanglicher Tiefe erfüllte.

Aufhorchen ließ ihr warmer kantabler Ton, der im Erleben ihres beredten Spiels wohlige Gänsehaut auf der Seele spüren ließ. Zart schwebte das melodiöse Adagio durch den Raum, und tänzerisch wie Elfen über sanften Wellen klang das Menuetto. Mit herzerwärmendem Strahlen nahm Cheryl Swoboda den nicht enden wollenden Beifall entgegen, zu dem einige der Violinisten auf der Bühne mit applaudierten – im Stakkato mit den Füßen.

Die amerikanische Solistin Cheryl Swoboda an der Bratsche (links im Bild) begeisterte das Publikum.
Die amerikanische Solistin Cheryl Swoboda an der Bratsche (links im Bild) begeisterte das Publikum. | Bild: Gabi Rieger

Das nächste spritzig gespielte Klangvergnügen, das Divertimento KV 136 mit flink dahineilendem Presto, war ganz typisch Wolfgang Amadeus Mozart. Die Konzertbesucher strahlten. „Da war Leben drin und Inspiration“, meinte ein Zuhörer. Fein ziseliert und liebenswürdig gespielt war vor Mendelssohns Opus 81 das Serenaden-Quartett von Joseph Haydn mit dem beliebten „Schnulzensatz“, bei dem Kontrabass, Bratschen und Celli federnd ihre Pizzicati zupften.