Stockach Sport macht zufrieden: Was die Ausnahmeathletin Susanne Jährling antreibt

In der Serie "Meine Leidenschaft" stellen wir Menschen vor, die sich einem Bereich mit besonderer Hingabe verschrieben haben. Heute: Susanne Jährling, erfolgreiche Langläuferin, Mountainbikerin und Langstrecklerin.

Unglaubliche 6500 Kilometer auf dem Rad, 1135 Kilometer beim Laufen und 77 Kilometer im Wasser: Diese Strecken hat Susanne Jährling 2017 beim Training und in Wettkämpfen zurückgelegt. Die Fitness-App auf ihrem Smartphone hat genau mitgerechnet. "Da bin ich jetzt selbst ein bisschen überrascht", sagt die 50-jährige Stockacherin, nachdem sie die Zahlen vorgelesen hat und lacht. "Dabei habe ich die App erst seit Mai."

Bereits seit ihrer Kindheit gibt es für Susanne Jährling kein größeres Hobby als Sport. Begonnen hat alles mit dem Reiten. "Mit 18 hatte ich mir das Geld für mein erstes Pferd zusammengespart", erzählt sie. Danach nahm sie an zahlreichen Vielseitigkeitswettbewerben in ganz Deutschland teil. "Irgendwann wurden meine Pferde zu alt für Wettkämpfe und ich musste selber laufen", so Jährling. Bereits während ihrer Zeit als Reiterin unternahm sie Wanderungen auf Gletschern. Die logische Konsequenz für sie: Die Teilnahme an Laufwettbewerben wie dem Dolomiten-Marathon. Aber auch auf dem Rad stellt sie sich schwierigen Touren im Gebirge. Um die "Route des Grandes Alpes", die von Südfrankreich bis an den Genfer See führt, zu befahren, radelte sie erst einmal von Stockach nach Nizza.

 

Neben dem Laufen und Radfahren haben es Susanne Jährling vor allem der Skilanglauf sowie der Triathlon angetan. Nicht nur bei zahlreichen regionalen Veranstaltungen geht sie jedes Jahr an den Start, auch bei Großereignissen ist sie ganz vorne mit dabei. In diesem Jahr hat sich die 50-Jährige einen ganz besonderen Traum erfüllt: Sie startete beim Challenge Roth in Mittelfranken, dem weltweit größten Wettkampf auf der Triathlon-Langdistanz. 3500 Sportler waren angetreten. In ihrer Altersklasse holte Susanne Jährling den 22. Platz unter den Frauen. "Es war einfach toll. Die ganze Atmosphäre neben den Wettkampfstrecken und unter den Athleten hat mir sehr gefallen", schwärmt sie.

Neun Monate lang bereitet sie sich auf einen solchen Wettbewerb vor. Im Vorfeld hatte Jährling an sechs anderen Rennen teilgenommen. "Normalerweise steht über das Jahr gesehen jeden Monat ein Wettkampf an", erzählt sie. So ist ihre Freizeit neben ihrem Vollzeitberuf bei einem Automobilzulieferer aus dem Bodenseekreis stark durch Sport geprägt. Ihr Partner folge ihr zu den Veranstaltungen, und mit ihm könne sie auch gemeinsam sportlich aktiv sein. "Wir gehen gern zusammen Radfahren oder Laufen. Ich bin dankbar, dass er mich bei allem so unterstützt."

Sport – das sei für sie ein extrem wichtiger Ausgleich neben dem beruflichen Alltag. "Wenn ich laufe, kann ich meinen Kopf abschalten und mich ganz auf meinen Körper konzentrieren", sagt Jährling. Doch auch der Ehrgeiz, die Leistung zu steigern und sich mit anderen zu messen, fasziniert sie: "Wenn man weiß, dass man etwas in einer bestimmten Zeit schaffen kann, dann will man das auch erreichen." Zwar habe sich mit den Jahren ihr Ehrgeiz, unbedingt auf dem Siegertreppchen stehen zu wollen, etwas gelegt. Doch "eine gewisse Freude am Wettbewerb sollte man als Sportler schon haben".

Der Terminkalender für 2018 ist bereits wieder gut gefüllt, etwa mit dem Halbdistanz-Triathlon in Rimini, der Deutsche Triathlon-Meisterschaft in Ingolstadt und dem Mountainbike-Marathon im Engadiner Nationalpark. Doch zuerst steht die Langlaufsaison vor der Tür. Für die Zukunft wünscht sich die Stockacherin vor allem eines: "Ich möchte Sport bis ins Hohe Alter machen können. Weil dann das Leben schöner ist. Man ist zufriedener."

Sportliche Erfolge

Susanne Jährling hat viele Wettkampferfolge zu verzeichnen. 2010 gewann sie etwa den 100-Kilometer-Rucksacklauf von Schonach nach Belchen, ein Skilanglauf mit 2500 Höhenmetern. 2015 wurde sie Deutsche Meisterin im Skilanglauf. 2011 holte Jährling den Gesamtsieg beim olympischen Triathlon in Stockach. 2017 wurde sie Zweite in ihrer Altersklasse.

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