Immer wieder mittwochs – um genau zu sein an jedem zweiten und vierten Mittwochnachmittag eines Monats – bieten die Malteser in ihrer Stockacher Geschäftsstelle in der Kaufhausstraße 46 einen Spielenachmittag an. Eingeladen sind alle Senioren, die einen gemütlichen Nachmittag in Gesellschaft verbringen wollen. Meist treffen sich hier 17 bis 25 Frauen und Männer, doch neue Teilnehmer sind gern gesehen.

Kaffee, Kuchen und Spiele

Schon im Vorraum der Geschäftsstelle ist angeregtes Geplauder und Lachen zu hören. Vera Oberlach und Doris Schäfer, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Malteser, begrüßen weitere Gäste und begleiten sie in den Aufenthaltsraum. Bevor es mit „Mensch ärgere dich nicht“ und Rommé losgeht, gibt es Kaffee und Kuchen. Diesmal ist er selbstgebacken, weil eine Teilnehmerin Geburtstag hatte.

Nachdem sich alle gestärkt haben, rollen die Würfel und die Karten werden gemischt. An jeweils zwei Tischen sitzen Brett- und Kartenspieler. Früher gab es auch einen Skat-Tisch, aber die Herren seien verstorben, sagt Vera Oberlach. Und am Nebentisch sei lange das Kartenspiel Cego gespielt worden, doch auch hier fehle inzwischen einer der drei Mitspieler.

Beim Spielenachmittag der Malteser geht es fröhlich zu. Hier spielen Waltraud Brosamler, Gerda Bissert und Theresia Bohl sowie Helga Schenk, Doris Schäfer und Gabi Kanwischer Karten, während Alfred Reichle und Elfriede Ott (alle von links) mit zwei weiteren Damen ein Brettspiel machen.
Beim Spielenachmittag der Malteser geht es fröhlich zu. Hier spielen Waltraud Brosamler, Gerda Bissert und Theresia Bohl sowie Helga Schenk, Doris Schäfer und Gabi Kanwischer Karten, während Alfred Reichle und Elfriede Ott (alle von links) mit zwei weiteren Damen ein Brettspiel machen. | Bild: Claudia Ladwig

Anfangs nur ein Treff im Monat

Die Spielenachmittage gibt es seit Oktober 2009. Vera Oberlach erzählt, die Geschäftsstelle Stockach sei 2008 gegründet worden. Damals war sie im Besuchsdienst tätig. „Dabei habe ich erkannt, dass die Menschen noch etwas anderes brauchen, irgendetwas Aktives. So entstand die Idee mit dem Spielenachmittag.“

Anfangs gab es nur einen pro Monat. Vor drei Jahren wurde diese Veranstaltung auch den Bewohnern des Seniorenzentrums Stockach als Beschäftigung angeboten. „Wir dachten zunächst, jeder käme einmal pro Monat – aber inzwischen kommen alle immer“, sagt Vera Oberlach schmunzelnd.

Bei Bedarf wird abgeholt

Wer nicht eigenständig kommen kann, wird geholt. „Die Termine stehen in der Zeitung, man kann sich anmelden und wird dann zu einem Pauschalpreis abgeholt“, erklärt Doris Schäfer. Den Besuchern gefalle die Geselligkeit, das Zusammensein und Reden.

Der Stadtbeauftragte der Malteser, Ulf Wieczorek, ergänzt, viele Senioren seien hergezogen, weil ihre Kinder hier Arbeit gefunden hätten. „Am Tag sind sie oft allein, weil ihre Angehörigen beschäftigt sind. Abends haben die auch mit sich und ihren Familien zu tun und wieder keine Zeit für die Älteren. Wir sind häufig die Einzigen, mit denen sie konferieren können. Hier tauschen sie sich aus und nehmen gegenseitig Anteil“, sagt er.

„Wir haben viel zu lachen“

Das bestätigen die Teilnehmer. Vor neun Jahren habe sie von dieser Veranstaltung in der Zeitung gelesen, sei hingegangen und geblieben, erzählt Olga Kohl. „Mir gefallen die Gesellschaft und das Klima, wir haben viel zu lachen und freuen uns immer, wenn die 14 Tage rum sind und wir wieder spielen können.“

Waltraut Brosamler kann sich während des Spielens gut entspannen. Sie betont: „Mir würde was fehlen ohne die Malteser.“ Gabi Kanwischer ist die Jüngste. „Es könnten mehr Jüngere kommen“, wünscht sie sich, lobt aber gleichzeitig: „Man kann hier lachen und gewinnen, aber auch verlieren lernen und das Gehirn anstrengen. Ich bin allein und mir gefällt der Kontakt zu den anderen Besuchern.“

Malteser suchen weitere Helfer

Die ehrenamtlichen Helfer sind spezialisiert auf die Hilfe für ältere Menschen. Um ihr Angebot aufrechterhalten zu können, suchen die Malteser Mitarbeiter. Ulf Wieczorek sagt ganz direkt: „Im Fahrdienst und Büro sind wir für jede Hilfe dankbar. Es ist sehr schwer, Leute dafür zu gewinnen, denn wir arbeiten ausschließlich ehrenamtlich und bekommen keinerlei Vergütung.“ Wer Interesse habe, dürfe sich gerne in der Geschäftsstelle melden.

Weitere Angebote der Malteser

  • Fahrdienste: Sie entstanden auf Anregung des verstorbenen Stockacher Ehrenbürgers Heinrich Wagner. Friedhofsfahrten sorgen dafür, dass ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen die Grabstätten ihrer Angehörigen besuchen können. Der begleitete Fahrdienst bringt Senioren für ein geringes Entgelt an jedes Ziel. Viele Orte hätten keinerlei Infrastruktur, so Ulf Wieczorek. Die Malteser führen daher Post, Bank, Apotheken und Geschäfte mit den Senioren an und gingen auf Wunsch auch mit. Für diese Fahrten müsse man sich mindestens einen Tag vorher anmelden.
  • Hausnotruf: Auf Knopfdruck kommt im Bedarfsfall rund um die Uhr Hilfe.
  • Besuchs-/Begleitdienst: Diese Besuche finden auf Wunsch zu Hause oder im Altersheim statt. Spaziergänge und Besuchsdienste mit Hunden sind laut Wieczorek sehr beliebt.
  • Menüservice: Hier wird im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Stockach täglich das Essen ins Haus geliefert. (wig)

Infos unter Telefon (0 77 71) 87 75 03 oder http://www.malteser-bodensee.de