21 Künstler, 63 Werke, vier Wochen: Die neue Ausstellung im Stockacher Rathaus ab Freitag, 16. November, ist eine Premiere. Eine solche Schau gab es bisher noch nicht. Fast alle Stockacher Kunstschaffenden sind bei "Meine besten 3" dabei und zeigen jeweils ihre besten drei Werke.

Die Idee zu diesem Konzept entstand, da Kulturamtsleiter Stefan Keil immer viele Ausstellungsanfragen bekommt. "Ich dachte, es wäre mal spannend, etwas in der Summe zu zeigen. Stockach hat großes künstlerisches Potenzial." Gemeinsam mit Thomas Warndorf, einem seiner Vorgänger und selbst Künstler, habe er die Liste der Kunstschaffenden zusammengestellt, die bereits eigene Ausstellungen hatten. Da der Platz im Rathaus begrenzt ist, entstanden die Idee und der Titel "Meine besten 3". "Wir haben 25 Personen aus der Kernstadt und den Ortsteilen angeschrieben", erzählt Keil. Die Resonanz sei groß gewesen. Er habe schnell viele Rückmeldungen bekommen und ist schon sehr auf die Werke gespannt.

Beim Stil und den Größen der Bilder und Skulpturen sind die Künstler frei, sagt Keil. Künstlerin Gerta Nagel zum Beispiel erzählt, dass ihr die Auswahl leicht gefallen sei. "Ich habe meine Lieblingsstücke." Sie habe sich auch sofort entschieden, bei der Ausstellung mitzumachen und die Möglichkeit zu nutzen, in einem so schönen Rahmen dabei zu sein. Ursula Haupenthal fand das Aussuchen ebenfalls leicht. Neben einer Skulptur aus Schwarzstahl zeigt sie auch etwas Großes, das sich an einer bestimmten Stelle gut aufhängen lasse. Karl Rudigier erzählt, er habe einfach drei Werke ausgesucht, die Stockacher Motive zeigen. "Ich mache gerne Bilder von Stockach." Er fühle sich der Stadt sehr verbunden und bleibe mit seinen Werken gerne auf dem Boden der Wirklichkeit. Er male also nichts Abstraktes.

Wenn alle Künstler am Mittwoch die Bilder und Skulpturen ins Rathaus bringen, überlegen sich Keil, Haupenthal und Warndorf, was wohin kommt. Das Rathaus sei mit den schlichten, nüchternen Wänden ideal für eine solche Ausstellung. Die Werke kämen gut zur Geltung und nichts lenke ab, so Keil, der betont, dass diese Ausstellung keine Konkurrenz zur jährlichen Hobbyausstellung sein solle.

Karl Rudigier hat Keil zwei Tage nach der Einladung übrigens mit einer Karikatur überrascht, die mehrere Kunstschaffende beim Aufhängen oder Aufstellen von Werken zeigt. "Ein sensationelles Plakat", sagt Keil. Rudigier erzählt zur Entstehung: "Es war ein spontaner Einfall." Es habe ihm großen Spaß gemacht, die Karikatur zur Ausstellung zu zeichnen.

Stefan Keil freut sich auf die Vernissage am Samstag. Er hofft, dass viele Kunstinteressierte die Chance nutzen, mit den Künstlern vor Ort ins Gespräch zu kommen. Der Kulturamtsleiter wird nach der Begrüßung durch Bürgermeisterstellvertreter Werner Gaiser die Laudatio halten. Diese soll angesichts von 21 Künstlern aber anders als üblicherweise werden. Mehr verrät Keil noch nicht. Auch die musikalische Unterhaltung werde etwas anders als sonst, erzählt Keil. Swing Delirium werde mit Geige und Banjo nicht immer an einer Stelle musizieren, sondern nach dem offiziellen Teil des Abends ab und an das Stockwerk wechseln. Außerdem soll Rudigiers gezeichnetes Plakat in der Ausstellung einen besonderen Platz bekommen.