Die Ludwigshafener Straße in Stockach und die Radolfzeller Straße in Ludwigshafen erhalten jeweils eine Blitzersäule. Sie sollen noch in diesem Jahr aufgestellt werden. Dies hat der Planungsausschuss der Stadt Stockach kurzfristig am Mittwoch beschlossen. Der Punkt kam nachträglich auf die Tagesordnung, damit „wir zeitnah in die Bestellung gehen können“, so Bürgermeister Rainer Stolz.

Die Mitglieder der Verwaltungsgemeinschaft seien gebeten worden, Punkte zu benennen, wo eine stationäre Geschwindigkeitsmessung wichtig wäre. So seien diese Standorte bestimmt worden, so Stolz. Die Mittel seien bereits in den Haushalt 2019 eingestellt gewesen.

Freude in Ludwigshafen

Der Wunsch nach Blitzern ist in beiden Gemeinden aber nicht neu. So sagte Stefan Burger, Hauptamtsleiter von Bodman-Ludwigshafen, am Donnerstag auf SÜDKURIER-Nachfrage, dass die Gemeinde bereits früher gemeinsam mit der Überlinger Straße einen Blitzer beantragt habe. In der Überlinger Straße am Ortsausgang Richtung Sipplingen klappte es, doch in der Radolfzeller Straße hat es bisher nicht. Unter anderem lag dies auch noch an der geplanten Straßenerneuerung und das Stromkabel hätten verlegt werden müssen. Die Verwaltung freut sich nun. „Der Blitzer kommt schneller als erwartet. Ich bin aber sehr froh darüber“, sagte Bürgermeister Matthias Weckbach.

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Der Planungsausschuss hat sich für ein Angebot der Firma Jenoptik für rund 71 500 Euro entschieden. Damit die Anlagen mit der vorhandenen Messtechnik kompatibel sind, komme nur diese Firma in Frage, so Stolz. Inklusive Stromverlegung und Tiefbau rechnet er mit etwa 80 000 Euro: „Ich gehe davon aus, dass wir es mit dieser Summe hinkriegen.“

Die neuen Blitzer-Standorte

Der Standort in der Ludwigshafener Straße (B 31-alt) wird kurz nach dem Ortsschild aus Richtung Ludwigshafen an der Einmündung zur Oberen Walke sein. In diesem Bereich befindet sich eine Querungshilfe für Fußgänger. In Ludwigshafen solle der Blitzer auf den Grünstreifen zwischen Radweg und Radolfzeller Straße (B 34) kurz vor der Einmündung zur Bahnhofstraße, erklärte Peter Fritschi, Leiter des Stockacher Baurechts- und Ordnungsamts. Matthias Weckbach sagte allerdings, dass der Blitzer Anfang Oktober Thema im Gemeinderat sein werde. Erst dann falle die Entscheidung zum Standort.

Noch 2019 könnte am Orteingang von Ludwigshafen ein Blitzer auf den Grünstreifen zwischen Radolfzeller Straße und Radweg vor der Einmündung zur Bahnhofstraße kommen.
Noch 2019 könnte am Orteingang von Ludwigshafen ein Blitzer auf den Grünstreifen zwischen Radolfzeller Straße und Radweg vor der Einmündung zur Bahnhofstraße kommen. | Bild: Löffler, Ramona

Gemeinderat Thomas Warndorf (SPD) warf in der Sitzung aufgrund eines Verfahrens im Saarland die Frage nach den Rohdaten und der Anfechtbarkeit von Messungen auf. Peter Fritschi erklärte, dass es inzwischen auch andere Urteile gebe, doch die Firma Jenoptik sei trotzdem dabei, ihr Verfahren anzupassen.

Fritschi betonte aber auch, dass die Messungen der Stockacher Blitzersäulen nie in Frage gestellt worden seien. Die Stadt habe die Erlaubnis so weitermessen zu dürfen. Als Bußgeldstelle der Verwaltungsgemeinschaft sei Stockach auch für die Blitzer in Ludwigshafen zuständig.

Wirkung der Blitzer

Andreas Bernhart, Ortsvorsteher von Espasingen, erkundigte sich im Ausschuss noch nach Zahlen zur Quantität und Qualität der Messungen in Espasingen. Fritschi antwortete, dass dies anhand der Protokolle aufwendig ausgerechnet werden müsste. Eines konnte er aber sagen: „Espasingen ist gut frequentiert.“ Vor allem Auswärtige und Fahrzeuge aus dem Ausland würden geblitzt. Am Donnerstag ergänzte Fritschi noch, dass es bei solchen Anlagen darum gehe, dass sie ihre Wirkung zeigen. Er höre auch von überall her, dass sie dies täten.

Was den künftigen Blitzer in Ludwigshafen angeht, sagt Matthias Weckbach: „Wir versprechen uns eine deutliche Verringerung der Geschwindigkeit und möglicherweise auch den ein oder anderen Verlagerungseffekt auf die B 31-neu/A 98.“