Manchmal ist der Grund für eine weitreichende Entscheidung ziemlich naheliegend. Zum Beispiel bei Niklas Danner, Jannis Kieweg, Paul Dreyer und Fabian Grabowski. Die vier Schüler des Stockacher Berufsschulzentrums (BSZ) haben am Wettbewerb Jugend testet der Stiftung Warentest teilgenommen und dabei den mit 1500 Euro dotierten dritten Preis in der Kategorie Produkttests bekommen.

2083 junge Leute zwischen 12 und 19 Jahren waren deutschlandweit dabei und haben Alltägliches und Ausgefallenes in den Wettbewerbskategorien Produkte und Dienstleistungen getestet. Die besten der 521 Arbeiten hat die Stiftung Warentest nun zusammen mit Verbraucherschutzministerin Katarina Barley in Berlin prämiert.

Klassenzimmer-Renovierung gab den Anstoß

Getestet haben die vier Schüler des BSZ Wandfarben. Paul Dreyer erzählt, wie die Idee zu diesem Test entstand. "Wir wollten unser Klassenzimmer renovieren und dafür mit der möglichst günstigsten, aber natürlich im Vergleich besten Farbe streichen. Doch es wird immer schwieriger, gut deckende, umweltfreundliche und außerdem günstige Farbe zu erhalten."

Sie hätten dann beschlossen, Farbe aus verschiedenen Preisklassen zu testen. "Wir haben auch eine Bio-Farbe in den Test einbezogen, weil wir wissen wollten, ob sie wirklich umweltschonender ist und mit den konventionellen Farben mithalten kann." Um unvoreingenommen ans Werk gehen zu können, wurden die Farben blind getestet. "Ein Lehrer hat die Farben in leere Eimer gefüllt und nummeriert, damit wir die Farben später zur Auswertung zuordnen konnten."

Auch wichtig: Wie gut gehen Kaffeeflecken wieder raus?

Die jungen Männer prüften neben Deckkraft und Trocknungszeit auch den Trocken- und Nassabrieb, die Umweltfreundlichkeit und wie gut sich Tinten-, Bleistift- oder Kaffeeflecken von der getrockneten Wandfarbe entfernen lassen und wie leicht sich das Werkzeug hinterher reinigen lässt.

Fabian Grabowski erklärt: "Um für jedes Produkt die gleichen Voraussetzungen zu schaffen, haben wir die aufzutragende Farbe abgemessen und auf die vorher gleich groß eingeteilten Testfelder gemalt. Bei jedem Test ließen wir dieselbe Person streichen und den Test durchführen, damit jedes Produkt unter denselben Bedingungen geprüft wird."

30 Personen gaben Einschätzungen ab

Sie untersuchten die Farben auch auf Geruch, Konsistenz, Farbintensität und Streichfähigkeit. Diese Kriterien bewerteten 30 Personen des Berufsschulzentrums im Alter von 14 bis 50 Jahren.

Und wie lautet ihr Fazit? So: Es gibt keine optimale Farbe für jede Anwendungsmöglichkeit. Beispielsweise genüge im Keller in den meisten Fällen eine Farbe, die günstig ist und keine besonders überzeugenden Eigenschaften besitzt, meinen die Tester. Andersherum lohne es sich, eine Farbe in der Küche zu verwenden, die besonders abriebfest ist, dafür aber mehr kostet. Deshalb sollte man sich vor dem Kauf entsprechend über Stärken und Schwächen der jeweiligen Farbe informieren und dann je nach Anwendungsgebiet entscheiden.