Dieser Zirkus machte seinem Namen alle Ehre: Furioso hieß er, gastierte am letzten Schulwochenende am Nellenburg-Gymnasium und brachte mit Zirkusensemble, Unterstufenchor und Zirkussport-AG knapp 120 Akteure auf die Bühne. Die Aula war voll, als Zirkusdirektor Florian Gamer die Gäste willkommen hieß. Dabei sprach er sowohl das reale Publikum als auch die Mitglieder des Unterstufenchores an, die Zuschauer neben der Manege mimten. Knapp 75 Minuten bester Unterhaltung folgten, in denen die Darsteller über sich hinauswuchsen – und das sogar im übertragenen Sinne, wenn man nur an die bauchredende Giraffe und ihren Dompteur auf Stelzen denkt. Bei den drei drei Vorstellungen waren die Hauptrollen jeweils anders besetzt.

Die große Herausforderung für die Zirkussport-AG, die sämtliche Tiere, Dompteure und Artisten verkörperte, war, alle Figuren tänzerisch und mit Hilfe von Handgeräten darzustellen. Während das 18-köpfige Zirkusensemble aus Schülern und Lehrern Stücke in musikalischen Stilen wie Rumba, Walzer, Swing und Marsch spielte, sang der Unterstufenchor, die Zirkussport-AG zauberte Bewegungen auf die Bühne, die viel Applaus bekamen. Als Dressurpferde angekündigt wurden, kamen sie auf Einrädern und Steckenpferden daher, die Giraffe saß später auf einem Hochrad. Dazu wirbelten Artisten mit Hula-Hoop-Reifen durch die Manege, jonglierten abwechselnd mit Bällen, Bändern, Tüchern oder Keulen.

Die vermeintlichen kleinen Pannen gehören zum großen Ganzen

Ärger gab es in der Geschichte mit Bär Bruno, der vor Schreck aus seiner Haut gefahren war, als eine Maus ihn in seinen Stummelschwanz gebissen hatte. "Der Bär ist nackt", skandierten die Sängerinnen und Sänger. Während im Hintergrund versucht wurde, ihn zu seinem Auftritt zu bewegen, trat die Hochseiltänzerin Graziosa auf. Gleich zehn Mädchen verkörperten sie und verzauberten in ihren pinkfarbenen Tüllröckchen die Zuschauer mit ihrer Akrobatik.

Der Dumme August hatte seinen tollpatschigen Auftritt und machte sich auch als Vertretung der Assistentin gut. Die war, wie sich am Schluss herausstellte, mit dem Tiger Eis essen gegangen, statt das Programm anzusagen. Sie verpasste Feuerschlucker, Messerwerfer, Zauberer, Entfesselungskünstler sowie den tanzenden Elefanten. Und Bruno – obwohl in Wahrheit der Zirkusdirektor in das Fell gestiegen war, um die Sensationsnummer zu retten.

Den Darstellern macht es viel Spaß

Die Freude über die gelungene Premiere war groß. Aliya Schönfeld, 12, eine der Solostimmen, sagte, sie sei aufgeregt gewesen, aber es habe viel Spaß gemacht. Auch Florian Gamer war glücklich. "Der Auftritt war mir sehr wichtig, ich liebe Theater", gestand der Zwölfjährige. Jelena Emmerich fand es gut, dass sie den Dummen August verkörpern durfte. "Da muss einem nichts peinlich sein." Sie habe den Text sehr oft gelesen und gespielt und beim Auftritt keinen einzigen Textfehler gehabt, freute sie sich. Lehrerin Martina Hartmann lobte die große Spielfreude und Bühnenpräsenz aller Mitwirkenden. Es gebe schon bei den Fünft- und Sechstklässlern tolle Stimmen und die Sprechrollen seien deshalb dreifach besetzt, weil es so viele gute Darsteller gebe, die alle einen Auftritt verdient hätten.

Das wunderbare Zusammenspiel der drei AGs versetzte die Schule in gute Laune, wie Rektor Michael Vollmer es nannte. Die Aufführung sei ein schönes Abschiedsgeschenk für ihn. Den Darstellern spendierte er noch auf der Bühne Eis – was angesichts der Hitze im Saal für große Begeisterung sorgte.