Bauabschnitte, Umleitungen und Starttermin stehen jetzt fest: Die Sanierung der Schiesser-Kreuzung (B 31/B 313) beginnt am Montag, 17. September, und soll bis Anfang November dauern. "Um die Belastungen auf die Verkehrsteilnehmer und die Anlieger zu minimieren, wird die Sanierung der Kreuzung in drei Bauabschnitte mit unterschiedlichen Verkehrsführungen aufgeteilt", schreibt das Regierungspräsidium Freiburg (RP) in einer Pressemitteilung.

  • Grund für die Sanierung: Der Straßenbelag im Bereich des Schiesserknotens ist schlecht und brüchig. Außerdem haben vor allem sehr große Lastwagen Probleme, um die Kurven zu kommen. Bei der Fahrspur, die von der Goethestraße (B 31) nach rechts in die Heinrich-Fahr-Straße (B 313) führt, sei es für 40-Tonner so eng, dass diese entweder mit den Reifen auf den Außenrand der Verkehrsinsel, auf der die Ampelanlage steht, geraten, oder den Hänger über den Gehwegrand schleppen, nennt Valentin Wind von der Neubauleitung Singen des RPs als Beispiel. Die Geometrie im Bereich des Verkehrsknotens werde sich etwas ändern, aber die Verkehrsführung bleibe gleich, sagte Stephan Belke von der Neubauleitung bereits bei der ersten Ankündigung der geplanten Sanierung. Auch bei der Straßenentwässerung ist eine Sanierung nötig – Wasser soll also besser abfließen können.
Die Schiesser-Kreuzung wird im September saniert. Der Fahrbahnbelag muss erneuert werden und die Stadtwerke verlegen gleichzeitig neue Wasser- und Gasleitungen sowie Leerrohre. Bild: Ramona Löffler
Die Schiesser-Kreuzung wird im September saniert. Der Fahrbahnbelag muss erneuert werden und die Stadtwerke verlegen gleichzeitig neue Wasser- und Gasleitungen sowie Leerrohre. | Bild: Löffler, Ramona
  • Erster Bauabschnitt: Vom 17. September bis etwa zum 10. Oktober ist zunächst die Sanierung des Abschnitts der Goethestraße (B 31) neben der Kreuzung, in dem auch der Bahnübergang liegt. Hier wird der alte Asphalt abgefräst und komplett neu Trag-, Binde- und Deckschicht aufgebracht. Dieser Teil ist während allen drei Bauabschnitten voll gesperrt, da dort auch noch die Hohenzollerische Landesbahn den Bahnübergang saniert. Sie kümmert sich um den Asphalt direkt am Gleisbereich. Der Verkehr in der Radolfzeller Straße und Heinrich-Fahr-Straße kann normal fließen. Da die Goethestraße gesperrt wird, gibt es eine Umleitung von der und in Richtung Innenstadt. Diese verläuft über die Industriestraße und Gaswerkstraße, also ab Möbel-Stumpp bis zur Einmündung der Gaswerkstraße in die Goethestraße.
  • Zweiter Bauabschnitt: Um den 10. Oktober herum beginnt der zweite Bauabschnitt, der etwa eine Woche dauern soll. In diesem ist die erste Hälfte des eigentlichen Kreuzungsbereichs an der Reihe: Die Fahrspur stadteinwärts beziehungsweise nach Hindelwangen. Es gibt eine halbseitige Sperrung für die Asphaltarbeiten und Leitungsverlegungen sowie den Abriss und Neubau aller Verkehrsinseln. Die Ampelanlage an der Kreuzung wird für die Dauer der Sanierung ab- und später wieder aufgebaut. Die Umleitung ist so geplant, dass der Verkehr Richtung Hindelwangen an der gesperrten Spur vorbeigeleitet wird. Die Umleitung der Gegenrichtung verläuft zwischen den Einmündungen Nellenburgstraße und Kindergartenstraße über die Jacques-Schiesser-Straße.
  • Dritter Bauabschnitt: Ab etwa 17. Oktober finden die Arbeiten auf der anderen Hälfte der Straße statt, also der Spur stadtauswärts. Die Umleitung für die Fahrtrichtung stadtauswärts auf der Heinrich-Fahr-Straße und Radolfzeller Straße läuft wie im zweiten Bauabschnitt weiterhin über die Jacques-Schiesser-Straße. Die Gegenrichtung darf dann bereits über den neuen Asphalt rollen.
  • Neue Gas- und Wasserleitungen: Parallel zu den Sanierungsarbeiten des Regierungspräsidiums verlegen die Stadtwerke jeweils 500 Meter neue Erdgas- und Wasserleitungen. Zusätzlich kommen auch Leerrohr-Querungen für die spätere Stromversorgung und Glasfaser in den Boden. Immer wenn in der Stadt Straßenbaustellen sind, nutzen die Stadtwerke diese Gelegenheit und schließen sich an.
  • Bahnübergang: Die Hohenzollerische Landesbahn übernimmt die Sanierung des Asphalts direkt um die Schienen am Bahnübergang. Das geschieht in den Herbstferien und ist einer der Gründe, warum der Abschnitt der Goethestraße um Schiesser-Kreuzung und Bahnübergang während der Sanierung durchgehend gesperrt bleibt.
  • Kindergarten an Umleitungsstrecke: Der katholische Kindergarten St. Marien liegt an der Jacques-Schiesser-Straße/Kindergartenstraße, die im zweiten und dritten Bauabschnitt (Mitte Oktober bis Anfang November) die Umleitung für die Fahrtrichtung stadtauswärts ist. "Wir haben das im Vorfeld intensiv besprochen", sagt Peter Fritschi, Leiter des Baurechts- und Ordnungsamts der Stadt. Die Fahrbahn solle dort so mit Baken verengt werden, dass Kinder und Eltern sich gefahrlos bewegen können. Der Hol- und Bringverkehr am Kindergarten könne während der Umleitungszeit aber nicht wie bisher stattfinden. Es soll eine Fußgängerbedarfsampel neben dem Baustellenbereich geben, so dass die Eltern auf dem Schotterparkplatz an der Kreuzung parken und ihre Kinder von dort aus zum Kindergarten bringen können. Die Bauleitung wolle noch Kontakt zum Kindergarten aufnehmen, der momentan geschlossen hat. "Wenn sich Probleme während der laufenden Arbeiten herausstellen sollten, können wir sofort reagieren", verspricht Fritschi. Das habe auch beim Umbau der Adler-Kreuzung zum Kreisverkehr, der Anfang September fertig ist, gut geklappt.
  • Mögliche Tempokontrollen: Auf dieser Umleitungsstrecke, die um den Block mit dem ehemaligen Schiesser-Gebäude führt, gilt Tempo 30. "Schneller könnte der Umleitungsverkehr auch gar nicht fahren", sagt Peter Fritschi. Falls sich herausstellen sollte, dass Fahrzeuge dort zu schnell unterwegs sein sollten, seien Tempokontrollen denkbar. In der Oberdorfstraße, die Umleitung beim Bau des Adler-Kreisverkehrs ist, habe sich gezeigt, dass Autofahrer vernünftig unterwegs seien. Darauf hofft Fritschi auch im Bereich Nellenburgstraße/Jacques-Schiesser-Straße/Kindergartenstraße.
  • Kosten: Die Baukosten des RPs für den Asphalt, Neubau der Verkehrsinseln und die Straßenentwässerung belaufen sich auf rund 1,1 Million Euro. Die Stadtwerke können noch keine genauen Angaben zu den Kosten machen.