Die Masse der parkenden Autos rund um die Heidenfelshalle ließ es erahnen: etwas Besonderes passierte da. Die Night of Rock, seit Wochen mit schrill-gelben Plakaten unübersehbar in der Region angekündigt, jährte sich zum fünften Mal und es war nicht nur eine echte Rockparty der Superlative sondern eine Fete der Toleranz.

Bild: Constanze Wyneken

Zum Anheizen der Menge und als Vorband spielte die regionale Band Audesno aus Aach. Rund um den, von der TV-Show „Voice of Germany“ bekannten Frontman Patrick Strobel, rockten Thilo Herrmann (Gitarre), Pierre Brode (Bass) und Holger Schnurr (Schlagzeug) die Bühne.

Audesno interpretiert Classic- und Rocksongs der 70er-Jahre auf eine sehr mitreißende und lebendige Art und Weise. Wer damals schon Bands wie Deep Purple, Black Sabbath oder Stars wie Jimi Hendrix und Led Zeppelin erlebte, fühlt sich in die gute, alte Zeit der ersten Hardrock-Rebellen zurückversetzt.

Bild: Constanze Wyneken

Den zweiten Akt des Abends bestritt die ungarische Kiss Forever Band, welche sich selbst als die offizielle „Kiss Cover Tribute Band“ bezeichnet und, wie der Name schon sagt, die 70er-Jahre Band Kiss in allen Facetten wieder aufleben lässt. Váry „Starchild“ Zoltán (Gitarre), Maróthy „Space Ace“ Zoltán (Bass), Radek „Catman“ Sikl (Schlagzeug) und Pocky „The Demon“ (Gitarre) taten alles, um Kiss wieder heraufzubeschwören.

Die vier Vollblutmusiker spielten nicht nur inbrünstig und unbändig wie die Teufel sondern boten mit ihrer spektakulären Bühnenshow, ihrem authentischen Klang, mit diversen Spezialeffekten und den phantasievollen Kostümen ein Rockfest für Augen und Ohren.

Verein schafft die ideale Party-Location

Die Heidenfelshalle, umgestaltet vom Verein Landlust, eignet sich übrigens hervorragend für ein solches Musikereignis – sie ist nicht nur groß genug, um dem immensen Besucheransturm gerecht zu werden, sondern bietet auch eine gelungene Infrastruktur: Getränkebar, Weizentresen, Bar für Shots, kleine Speisentheke und ein großes Foyer.

Dieses wurde für Unterhaltungen genutzt, da in der Halle selbst der mächtige Rocksound dominierte. Unterhaltungen waren nur schwer möglich. Und auch vor den Toren war so Einiges los. Zusätzlich zur gut gefüllten Halle stand draußen ebenfalls eine große Menge Leute um zum Einen ihrem Laster – dem Rauchen – zu frönen und natürlich um auch mal in Ruhe mit dem Einen oder Anderen, den man schon lang nicht mehr gesehen hatte, zu klönen.

Das Publikum ist bunt gemischt und versteht sich prächtig

Aber was waren das überhaupt für Leute, die da kamen, um die Bands Audesno und der Kiss Forever Band zu erleben? Man mag ja denken, dass sich von so einem Event eher eingefleischte (Alt)Rocker angesprochen fühlen – darf sich aber durchaus wundern, wer so alles da war: Natürlich war die Bikerszene vertreten, in Lederkluften, fetzigen Jeanswesten, cool beringt und vernietet.

Aber einen großen Anteil des Publikums bildeten auch Menschen, die sonst eher mit der Rocker- und Bikerszene wenig am Hut haben, die aber mit dem 70er-Jahre Rock einfach gute Erinnerungen an das Gestern verbinden. So feierten und „headbangten“ diese Normalos – im Alter von 18 bis 70 war alles dabei – gemeinsam mit den wilden Rockern. Der Abend zeigte: Weg mit dem Schubladendenken – Rockmusik vereint die Menschen.

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Zum Verein

Der Verein Landlust organisierte die Zizenhausener Rocknacht (Night of Rock)in der Heidenfelshalle, die in diesem Jahr zum fünften Mal stattfand. Der Termin ist immer der dritte Samstag im Oktober und ist fest im Zizenhausener Jahreskalender etabliert. Der Verein kümmert sich um die gesamte Organisation der Veranstaltung und geht in Vorleistung für alle Kosten, wie GEMA, Unterkunft für die Bands, Licht, Ton, Bewirtung. Der Eintrittspreis ist nicht auf Profit ausgerichtet sondern deckt lediglich die entstandenen Kosten. Die Vereinsmitglieder (im Alter von 20 bis 60 Jahre) verbindet der Wunsch nach guter Rockmusik auf dem Lande und der Realisierung eines regelmäßigen Musikereignisses, das Jung und Alt, Rocker oder Normalo vereint und für eine friedliches Fest sorgen soll.

Weitere Informationenim Internet:
http://www.landlust-ev.de