Das Gebiet um die frühere Sommerresidenz im Stockacher Ortsteil Espasingen ist fast komplett bebaut. Das Gelände ist auch als Phönix-Areal bekannt – nach der Werft, die es dort einmal gab. Sechs Einfamilienhäuser stehen dort inzwischen, so wie es ursprünglich vorgesehen war. Nur das Herzstück des Konzepts fehlt noch, ein Wiederaufbau der früheren Sommerresidenz mit mehreren Wohnungen. Diese Villa gehörte samt dem umgebenden Gelände dem gräflichen Haus Bodman und diente mit den dahinter liegenden Kellern der Espasinger Brauerei als Verwaltungsgebäude.

Von all dem ist lange nichts mehr zu sehen. Eine Nachnutzung für Wohnbau wurde 2014 entwickelt. 2015 habe es einen städtebaulichen Vertrag mit dem damaligen Eigentümer, dem gräflichen Haus, gegeben, erklärte Bürgermeister Rainer Stolz in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dieser Vertrag regelte die Bebauung und darin war laut der Sitzungsvorlage auch festgehalten, dass anstelle der früheren Sommerresidenz wieder ein größeres Gebäude entstehen sollte. Dieses sollte, ähnlich dem ursprünglichen Baukörper, über die Einfamilienhäuser hinausragen und das Bild des Geländes prägen. Das ganze Konzept sollte bis Ende 2017 umgesetzt sein. Doch das Hauptgebäude steht bis heute nicht, an seiner Stelle ist ein kleiner Wald zu sehen. Nun war das Thema wieder im Gemeinderat.

Das Gelände hat inzwischen einen neuen Besitzer, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht. Nun soll ein Bebauungsplan regeln, was zuvor in dem Vertrag festgeschrieben war – „um sicherzustellen, dass die formulierten städtebaulichen Ziele auch bei der noch ausstehenden Bebauung berücksichtigt werden“, heißt es in der Vorlage. Im Prinzip sei das dasselbe, was der Rat von vornherein wollte, so Stolz als Antwort auf Wolfgang Reuther (CDU). Außerdem werden zwei angrenzende Flurstücke aufgenommen. Laut der Vorlage ist dort Neubebauung zu erwarten. Der Gemeinderat beschloss die Aufstellung des Bebauungsplans mit einer Gegenstimme von Thomas Warndorf (SPD).