Pappschnee behindert den Verkehr am Schiesser-Knoten – und zwar nicht, weil der Räumdienst nicht nachgekommen wäre, sondern weil eine Bahnschranke sich nicht mehr hob. Der an ihr klebende Schnee war offenbar zu schwer für die Anlage. Stundenlange Staus auf wichtigen Straßen der Stadt waren die Folge.

Dieser Vorgang wirft zumindest Fragen über die Technik am Bahnübergang auf. Bei dem Wintereinbruch am Montagmorgen fiel zwar in kurzer Zeit viel Schnee. Übermäßig viel im Vergleich zu einem normalen Wintertag war es allerdings nicht. Auch wenn eine Schrankenanlage durch Gewicht und Gegengewicht so konstruiert ist, dass sie mit möglichst wenig Energie auskommt – als Laie würde man annehmen, dass bloßer Schnee eine solche Anlage nicht blockieren kann.

Hinzu kommt: Das Wetter hat in diesem Fall eine politische Dimension. Nicht wenige Stockacher warnen vor mehr Staus, die entstehen würden, wenn das Seehäsle öfter fahren würde als bisher. Denn das wäre mit häufigeren Schließungen der Schranken verbunden.

Auch eine Weiterführung des Personenverkehrs nach Norden auf der Trasse der Ablachtalbahn steht unter diesem Vorbehalt, das hat Bürgermeister Rainer Stolz in der Vergangenheit mehrmals klargemacht. Wenn die Bahntechnik selbst sich nun als anfällig erweisen sollte, wirft das kein gutes Licht auf das Verkehrsmittel Bahn.

Doch unabhängig von allen Fragen um die Bahntechnik führte der Vorfall vom Montagmorgen außerdem wieder einmal vor Augen: Die Straßen in Stockach haben wenige Kapazitätsreserven. Insbesondere der Schiesser-Knoten als meistbefahrene Abzweigung der Stadt ist stark belastet. Eine kleine Ursache kann da die sprichwörtliche große Wirkung haben – und wenn diese Ursache nur in zu viel Pappschnee zu suchen ist.