Gestartet wird in der Nähe der Jahnhalle, wo sich auch das Wettkampfzentrum befindet. Details verrät Organisator Winfried Fugmann allerdings nicht: "Das ist noch Geheimsache, damit Läufer sich die mögliche Strecke nicht ansehen." Erst Sonntagmorgen sollen der genaue Startpunkt und die Strecke verraten werden.

Bereits seit mehr als zehn Jahren bietet der Verein einen Orientierungslauf an, allerdings bisher nur in der Natur. Ein Stadtlauf sei eine interessante Disziplin und so würden auch Leute darauf aufmerksam, die spontan den Orientierungslauf für sich entdecken können, erklärt Fugmann den Ortswechsel. Andernorts sei das bereits eine bewährte Disziplin. Straßen müsse man für die Veranstaltung nicht sperren, weil Läufer es bereits gewohnt seien, den normalen Verkehr zu berücksichtigen. Außerdem habe man die Veranstaltung extra so geplant, dass sie zu einer Zeit mit möglichst wenig Verkehr auf den Stockacher Straßen stattfindet.

Der Ablauf des Orientierungslaufes ist schnell erklärt: Läufer starten im Minutentakt, ausgestattet mit einer Karte und einer elektronischen Stempeleinheit. Die Karte dient dazu, den kürzesten Weg von einem Posten zum nächsten zu finden – zwischen 20 und 25 Posten sind bei jeder Strecke abzulaufen. "In der Stadt verirrt man sich nicht", sagt Organisator Winfried Fugmann vorab, doch es gehe ja um die Schnelligkeit. Im Vergleich zum Orientierungslauf im Wald seien in der Stadt ein höheres Lauftempo und schnelle Entscheidungen gefragt. Die Pfosten sind dann mit einem rot-weißen Stoffschirm markiert und die elektronische Stempeleinheit registriert an jedem dieser Posten, dass der Läufer ihn abgelaufen hat.

"In der Karte steckt der Hauptteil der Vorbereitung", sagt Winfried Fugmann. Der Leiter der Orientierungslaufgruppe des Turnvereins hat im Oktober damit begonnen, sämtliche Hecken, Wege und Gebäude in ein Kartensystem zu übertragen. Dazu gehören auch Hindernisse oder Privatgelände, die zu beachten sind. Grundlage waren Luftbilder sowie ein digitales Höhenprofil vom Landesamt für Geoinformation in Stuttgart. "Da spielen auch Höhenunterschiede eine Rolle, etwa bei der Kirchhalde", erklärt Fugmann.

Die Strecken durch Gassen der Oberstadt, Stadtgarten oder Schulgelände werden zwischen zwei und vier Kilometer lang sein. Es werde verschiedene Routen, abgestuft nach Länge und Schwierigkeit, geben, sagt Fugmann weiter. Die Routen geplant haben Monika Ammann, mehrfache Senioren-Weltmeisterin im Sprint-Orientierungslauf und amtierende Schweizer Meisterin, sowie Mario Ammann, deutscher Vizemeister im Sprint und renommierter Organisator von Orientierungslauf-Großveranstaltungen. Diese Vorarbeit findet nicht nur am Computer statt: "Man muss auf jeden Fall nochmal ins Gelände und sich das ansehen", sagt Fugmann. Sonntagmorgen werden dann die Posten aufgestellt, die den Läufern den Weg weisen sollen.