Dichter Schneefall, eine geschlossene Schneedecke und viele aufgeregte Kinder – so begann der siebte Stockacher Nikolauslauf vor dem Bürgerhaus Adler Post. In und um Stockach lag eine dichte Schneedecke auf den Straßen, dennoch waren die Teilnehmer pünktlich am Start. Mit einem so lange anhaltenden Schneegestöber hatten die Veranstalter laut Lorenzo Patone, Vorsitzender der TG Stockach, beim ersten Schneefall am Vormittag nicht gerechnet. So schaufelten sie die Randsteine in den Kurvenbereichen frei, um Stürze über die Kante zu verhindern. Es gab einige Ausrutscher, ernsthaft verletzt hat sich aber niemand.

Viele Schüler liefen in Winterstiefeln statt Laufschuhen. Im Ziel gab es überwiegend fröhliche Gesichter, was auch an den Kommentaren von Michael Fleiner lag, der mit launigen Sprüchen unterhielt. Vor den Starts sorgten wieder Margit Marschall und Simone Bruttel vom Bootcamp Bodensee dafür, dass alle Läufer aufgewärmt waren. "Ich finde es toll, dass viele Eltern ihre Kinder so unterstützen", lobte Marschall. Zahlreiche Helfer der TG Stockach sorgten für pünktliche Starts sowie korrekte Zeitnahme und Auswertung der Ergebnisse. Im voll besetzten Bürgerhaus fanden die Siegerehrungen statt.

Und so begann der Nikolauslauf: Start einer Staffel von Grundschülern.
Und so begann der Nikolauslauf: Start einer Staffel von Grundschülern. | Bild: Stephan Freißmann

Laut Patone hatten sich sogar Schulstaffeln nachgemeldet: "Die Kinder haben Spaß, unsere Veranstaltung kommt toll an." Als aktiver Vorsitzender startete Patone selbst im Hauptlauf und wurde Elfter. In diesem Jahr ging es auf vier statt bisher fünf Runden bis hinunter zum Stadtwall. Die Idee dahinter war, Überrundungen zu reduzieren. Oft wüssten die Läufer nicht, ob sie in der letzten Runde seien oder noch eine vor sich hätten, erklärte Frank Karotsch, Leiter der Leichtathletik bei der TG.

Mit großem Vorsprung kam Benedikt Hoffmann als Sieger ins Ziel. Es war sein erster Lauf nach längerer Wettkampfpause und er freute sich, in seiner Stadt zu laufen – seit Pfingsten lebt er in Stockach. "Die Spikes haben mir heute geholfen, sonst wäre der Abstand sicher geringer gewesen", sagte der 32-Jährige, der unter anderem Deutscher Meister über 100 Kilometer ist. Bei den Frauen kam Diana Reinschmiedt aus Markdorf als Zweite ins Ziel, ihre Mutter Tina Biberger aus Eriskirch wurde Fünfte. "Es war eine Herausforderung mit dem Schnee, der Untergrund war schwierig", sagte die Mutter. In einem spannenden Zweikampf musste sich Reinschmiedt nur der erst 17-jährigen Shelly Schenk aus der Schweiz geschlagen geben.

An der neu eingeführten Firmenwertung nahmen acht Mannschaften teil. Claudia Eschger hatte mit ihren Kollegen von Aptar aus Eigeltingen viel Spaß. Einige aus der Gruppe seien zum ersten Mal gelaufen. Auch die Feuerwehr Stockach hatte ein Team am Start. Fabian Dreher war mit dem Ergebnis zufrieden: "Ankommen war das Ziel."

Frank Karotsch war am Ende überaus zufrieden. Trotz extremer Bedingungen habe alles funktioniert und die Helfer seien gut drauf gewesen: "Nächstes Jahr wieder", lautete sein Fazit.

 

Ergebnisse Hauptlauf

106 Starter kamen ins Ziel, davon 23 Frauen und 83 Männer. Bei den Männern siegte Benedikt Hoffmann, 32, in 22.40,6 Minuten. Zweiter wurde Philipp Weng, 22, mit 24.04,9 Minuten. Als Dritter kam Amadeus Hahn, 24, über die Ziellinie. Die beste Frau war Shelly Schenk, 17, in 28.24,2 Minuten. Diana Reinschmiedt, 29, kam mit 28.29,6 Minuten ins Ziel. Dritte wurde Lokalmathadorin Susanne Jährling, 50, in 32.31,17 Minuten. Der letzte Läufer kam nach gut 46 Minuten, die letzte Läuferin nach etwas mehr als 49 Minuten ins Ziel. Ältester Teilnehmer war Walter Blessing, Jahrgang 1939. (wig)