Wenn sich die Schulzeit dem Ende zuneigt, stellt sich jungen Menschen die Frage, wie es weitergehen soll. Beim Markt der Möglichkeiten stellten Schüler der neunten Realschul-Klassen im Schulverbund Nellenburg ihren Eltern und Achtklässlern verschiedene Ausbildungsberufe vor. Im Rahmen des EWG-Unterrichts (Erd-, Wirtschafts- und Gemeinschaftskunde) waren die Berufe ausgelost worden. Dreier-Teams hatten einen Monat lang recherchiert, Material organisiert und Plakate gestaltet. Die Darstellung werde bewertet und gehe in die Praxisnote ein, erzählten Laura Kokott, Sina Gnauck und Julia Jahn, die über den Fahrzeug-Lackierer informierten. Nebenan lag ein Eignungstest für Schauspieler aus. Die Fragen hatten Alisha Olesz, Sarah Kanté und Dorothée Schädle zusammengetragen und sich selbst überlegt. Einen kleinen Vorteil hatten die Jungs, die den Mechatroniker vorstellten. Sie konnten die Erfahrungen mit der Firma ETO aus dem Technikunterricht einbeziehen. Man könne sich später zum Industriemeister, technischen Fachwirt oder Techniker der Fachrichtung Maschinentechnik weiterbilden, erklärten Tim Barthel, Patrick Buhl und Lewin Müller. Über das Berufsbild Zimmermann hatte Yannick Birmele auch seinen Opa befragt, der als solcher gearbeitet hatte.

Die wenigsten Schüler würden gerne den Beruf erlernen, den sie vorstellten. Viele von ihnen haben schon konkrete Zukunftspläne. Das Bors-Praktikum (Berufsorientierung in der Realschule) habe ihnen gute Ideen vermittelt. Sogar einige Achtklässler wissen bereits, was sie wollen: Susanne Safraider möchte in einer Tierpension arbeiten, Isabell Zimmermann in der Apotheke. Der Schulverbund legt in der achten Klasse (Werkrealschule) und neunten Klasse (Realschule) den Schwerpunkt auf die Berufsorientierung. Bei der Kompetenzanalyse Profil AC werden individuelle überfachliche und berufsbezogene Kompetenzen sowie Studien- und Berufsinteressen ermittelt und gezielt ausgebaut.

Die Schülern stellten fest, dass der Verdienst im Handwerk zunächst eher gering ausfällt. Vielleicht haben auch deshalb einige Neuntklässler vor, nach der mittleren Reife das Abitur zu machen und zu studieren. Schulleiterin Beate Clot findet es schade, dass der allgemeine Trend zum Studium geht. "Viele Schüler könnten in einem Ausbildungsberuf sehr erfolgreich sein", sagt sie.