Für eine der markantesten Immobilien an der Stockacher Ortsdurchfahrt soll es einen neuen Bebauungsplan geben. Auf dem Schiesser-Gelände wollen Stadtverwaltung und Gemeinderat regeln, was gebaut werden darf. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinderat kürzlich einstimmig getroffen. Der neue Bebauungsplan soll in einem Karree zwischen Nellenburgstraße, Jacques-Schiesser-Straße, Kindergartenstraße und der Bundesstraße 313 gelten. Dort laufen Radolfzeller Straße und Heinrich-Fahr-Straße auf den Schiesser-Knoten zu, und der ist laut der Verkehrsuntersuchung von 2017 die meistbefahrene Abzweigung der Stadt mit 27 000 Autos täglich.

In dem Bereich rund um das frühere Stockacher Firmengebäude des Unternehmens Schiesser derzeit der Bebauungsplan "Reiser – Nellenburger Weg – Breitle", heißt es in der Sitzungsvorlage. Demnach sind im bestehenden Plan aber keine Festsetzungen zur baulichen Nutzung enthalten. "Dieser Bebauungsplan besagt eigentlich nur, dass es ein Mischgebiet ist", erklärte Harald Schweikl vom städtischen Bauamt in der Sitzung. In dem Gebiet gibt es noch Freiflächen, auf denen man etwas bauen könnte, wie aus der Vorlage hervorgeht. "Um die mögliche Entwicklung steuern zu können", so die Formulierung in der Vorlage, soll es nun den neuen Bebauungsplan geben. Darin sollen auch Maß und Art der baulichen Nutzung festgeschrieben werden, erklärte Schweikl.

Abgesehen davon sind Informationen darüber, was in dem neuen Bebauungsplan stehen könnte, spärlich. Die Sitzungsvorlage gibt keine Auskünfte dazu. Auch Bürgermeister Rainer Stolz blieb eher vage. Allerdings ließ er durchblicken, dass er schon Vorstellungen für das Gebiet habe.

Gleichzeitig hat das Gremium einstimmig entschieden, dass für den Bereich eine Veränderungssperre gelten soll. Diese soll verhindern, dass Bauvorhaben umgesetzt werden, die dem Bebauungsplan zuwider laufen. Laut Baugesetzbuch gilt die Veränderungssperre zwei Jahre, kann aber bis zu einem weiteren Jahr verlängert werden.