Sträucher und Gräser umranden das, was von der Grillhütte in einem Waldstück nördlich von Raithaslach übrig geblieben ist. Ein Geländer sperrt den Bereich ab, in dem es vor mehr als einem Jahr gebrannt hat. Die Hütte sollte neu aufgebaut werden. Bislang ist aber noch nichts passiert. Das große Problem ist die Haftung. Denn niemand möchte für Schäden von anderen gerade stehen müssen.

Raithaslachs Ortsvorsteher Klaus Kabisreiter sieht das Problem in der Rechtslage. "Für andere den Kopf hinhalten will niemand." Jemand muss die Verantwortung für die Grillhütte übernehmen, die für Vereinsfeiern, aber auch private Feste genutzt wurde. Aktuell wird noch über den Wiederaufbau diskutiert. "Im Ortschaftsrat kam heraus, dass ein Neubau vermutlich nicht sinnvoll ist", sagt Kabisreiter. Die Raithaslacher Vereine hätten bereits andere Möglichkeiten für Feiern gefunden. "Und für die wenigen Geburtstage die Hütte neubauen?" stellt Kabisreiter die entscheidende Frage. Die Sache mit der Haftung sei ein großer Brocken, den es zunächst zu bewältigen gelte.

Der Versicherungsfall sei angemeldet, hänge aber von einem Neubau ab, erklärt Peter Fritschi vom Baurechts- und Ordnungsamt. Das Geld dafür würde im Falle eines Wiederaufbaus von der Versicherung eingeholt. "Es geht jetzt erst mal um ein tragbares Nutzungskonzept."

Die Stadt hatte bislang die Verantwortung für die Hütte getragen. Nach dem Brand hat sich Bürgermeister Rainer Stolz zunächst von einem Neuaufbau distanziert: "Ich halte die Feste im Wald für nicht so sehr geeignet, weil das schwierig zu überblicken ist. Wirklich zum Grillen wurde die Hütte ja auch nicht genutzt: Das waren in erster Linie Festhütten." Wenn sich jemand an der Hütte schon durch kleinere Mängel verletze, wie durch einen herausstehenden Nagel, könne das einen großen Versicherungsaufwand ergeben. Haften müsste dann der zuständige Mitarbeiter, der an entsprechenden Bauarbeiten beteiligt sei.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit: Sollte sich ein Verein finden, der die Verantwortung zukünftig trüge, gebe es von der Stadt selbstverständlich die notwendige Unterstützung. Die schon bestehenden Raithaslacher Vereine möchten die Verantwortung nicht übernehmen. Im Dorf hat es schon Bemühungen gegeben, einen Verein speziell für die Hütte zu gründen. Es haben sich auch zu wenige Freiwillige gefunden, die sich dieser Aufgabe stellen wollen.

Eine weitere Option sei es, die Reste der Hütte abzureißen und die Fläche wieder einzuebnen, erklärt Kabisreiter. Der Grillplatz direkt neben der Hütte ist von den Flammen nicht berührt worden und könnte auch weiterhin genutzt werden. Wenn die Hütte nicht wiederaufgebaut wird, soll die Grillstelle ausgebaut werden. "Ohne Hütte, wir stellen dann aber noch neue Tische und Bänke dazu", beschreibt der Ortsvorsteher die weiteren Alternativen. Schade sei es für die Jugendlichen, die dann weniger Möglichkeiten hätten, beispielsweise ihre Geburtstage zu feiern.

Das Feuer im Jahr 2015

Die Raithaslacher Hütte fing am Morgen des 19. Aprils 2015 Feuer. In der Nacht zuvor war sie für eine Geburtstagsfeier vermietet gewesen. Ein nicht ausgelöschter Einweggrill, der sich im Inneren der Hütte befand, soll den Brand ausgelöst haben. Ein Autofahrer hatte Rauch entdeckt und die Feuerwehr gerufen. Die Grillhütte brannte vollständig ab. Personen wurden dabei nicht verletzt. Es entstand ein Schaden von rund 100¦000 Euro. Seitdem sucht die Ortschaftsverwaltung des Stockacher Ortsteils Raithaslach nach einer Lösung. (itz)

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