Musik verbindet die Menschen und wenn dann noch persönliche Kontakte hinzukommen, führt das manchmal zu wunderbaren Doppelkonzerten. In Wahlwies trafen sich der örtliche Musikverein und die Kollegen aus Sigmaringendorf zum gemeinsamen Abend.

Es war der Gegenbesuch der "Dorfer", denn im November waren die Wahlwieser schon bei ihnen aufgetreten. Die Zuhörer in der gut besuchten Roßberghalle erlebten einen abwechslungsreichen Abend mit anspruchsvollen Darbietungen.

Eine große Glasflasche voller frischem Apfelmost gab es als Gastgeschenk für den Musikverein Sigmaringendorf. Die rund 45 Musikerinnen und Musiker spielten beim Doppelkonzert mit dem Musikverein Wahlwies in der Roßberghalle Wahlwies
Eine große Glasflasche voller frischem Apfelmost gab es als Gastgeschenk für den Musikverein Sigmaringendorf. Die rund 45 Musikerinnen und Musiker spielten beim Doppelkonzert mit dem Musikverein Wahlwies in der Roßberghalle Wahlwies. Bild: Claudia Ladwig

Der Vorsitzende des MV Sigmaringendorf, Peter Rebholz, versprach eine fantasievolle Reise und hoffte, dass die Musik von der Donau den Musikgeschmack der Einheimischen treffen möge. Dirigent Thomas Schäuble eröffnete mit seinen rund 45 Musikern feierlich den Abend, um dann mit "Fluch der Karibik" die Erinnerungen an die Filme wachzurütteln.

Das Kopfkino funktioniert

Es ging feurig zu, dann wieder geheimnisvoll und verträumt – das Kopfkino funktionierte. "Lord Tullamore" brachte alle nach Irland. Der Komponist sei von der Volksmusik und der Landschaft inspiriert worden und das Stück spiegle die Gegend und deren Bevölkerung in bewundernswerter Weise wider, beschrieb die Ansagerin.

Der Musikverein Wahlwies genießt sein Frühlingskonzert im Doppel mit dem Musikverein Sigmaringendorf. Hier die Wahlwieser unter der Leitung von Anselm Wagner. Es wurde ein Abend mit viel Abwechslungsreichtum, sehr zur Freude der Zuhörer. Bild: Claudia Ladwig
Der Musikverein Wahlwies genießt sein Frühlingskonzert im Doppel mit dem Musikverein Sigmaringendorf. Hier die Wahlwieser unter der Leitung von Anselm Wagner. Es wurde ein Abend mit viel Abwechslungsreichtum, sehr zur Freude der Zuhörer. Bild: Claudia Ladwig

Ein Medley mit vier Hits des Briten Robbie Willians und "Super Frog" mit Bigband-Sound rundeten das Programm der Gäste ab. Sie bekamen so viel Applaus, das sie den Montana-Marsch als Zugabe brachten. Es sei über zehn Jahre her, dass sie bei einem Doppelkonzert mitgewirkt hätten, sagte der Dirigent, dessen Orchester aus auffällig vielen jungen Musikerinnen und Musikern besteht.

"Viele haben sowas noch nie mitgemacht, das war eine super Erfahrung für alle Beteiligten." Die Stücke hätten sie im November gespielt, dann ruhen lassen und in den letzten vier Wochen aufgearbeitet. "Super Frog war immer das Gute-Laune-Stück in unseren Proben", verriet er.

Ehrungen gehören natürlich dazu: Engelbert Maier, Jochen Tkacz, Martin Renner und Andreas Kramer (von links) wurden vom Vereinsvorsitzenden des MV Wahlwies, Andreas Sauter (Zweiter von rechts), geehrt. Julia Jahn nahm für sich und ihre Schwester Alexandra die Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze und Silber entgegen. Beide hatten beide Prüfungen erfolgreich absolviert.
Ehrungen gehören natürlich dazu: Engelbert Maier, Jochen Tkacz, Martin Renner und Andreas Kramer (von links) wurden vom Vereinsvorsitzenden des MV Wahlwies, Andreas Sauter (Zweiter von rechts), geehrt. Julia Jahn nahm für sich und ihre Schwester Alexandra die Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze und Silber entgegen. Beide hatten beide Prüfungen erfolgreich absolviert. Bild: Claudia Ladwig

Der Musikverein Wahlwies und Dirigent Anselm Wagner legten mit "In the Stone" von Earth, Wind & Fire los. Jan Dorell, der die Ansagen übernahm, sagte, auch im Original gebe es einen breiten Bläsersatz, es habe sich angeboten, das Werk für Blasorchester zu arrangieren. Mit "Deliverance" folgte eine Konzert-Suite, die Dorell so beschrieb: "Im dritten Satz könnte man meinen, eine intergalaktische Sternenflotte landet gleich auf dem Bolzplatz."

Filmmusik und alte Klassiker

Die ebenfalls rund 45 Akteure nahmen die Besucher mit "In 80 Tagen um die Welt" und zu Simba, dem König der Löwen. Der Zeichentrickfilm, der vor 25 Jahren in die Kinos kam, sei der erfolgreichste aller Zeiten, erklärte Jan Dorell. Auch als Musical feiert die Geschichte große Erfolge – wohl auch wegen der schönen Musik.

Die etwas älteren Zuhörer konnten auch die Melodien des letzten Stücks mit summen – "Im weißen Rössl" am Wolfgangsee. In der Filmkomödie von 1960 spielten Waltraud Haas, Peter Alexander und Gunther Philipp die Hauptrollen.

Der Applaus will nicht aufhören

Die geforderte Zugabe – "Funiculì, Funiculà" aus dem Jahr 1880, das zur Eröffnung der Standseilbahn auf den Vesuv komponiert wurde -, kannten viele mit dem Nonsens-Text "Marie, da liegt ein toter Fisch im Wasser".

Weil der Applaus nicht aufhören wollte, spielte das Orchester den Ehrungsmarsch ein zweites Mal. Viele Gäste blieben länger und ließen den musikalischen Abend im Foyer an der Bar gemütlich ausklingen.