Ab dem ersten Takt war klar: Auch dieser musikalische Abend bei Bücher am Markt in Stockach würde ein launiger Erfolg werden. Schon der Bühnenaufbau mit altem Koffer, Kontrabass und Vintage-Mikro vor träumerisch-blauer Wand und einem Poster von Louis Armstrong versetzte das Publikum in Blues-Stimmung. Und auch die Band machte, in von den 1920er-Jahren inspirierter Kleidung, einen stilgerechten Eindruck.

Ladwigs Dixieland Kapelle besteht aus guten Musikern: Man kann diese Formation ja des Öfteren in der Region erleben. Was aber Herrmann Bruderhofer aus Konstanz, Philipp Rellstab aus Zürich und Uwe Ladwig an gutem, alten New Orleans Jazz, Blues und Swing aus dem Hut zauberten, war kreativ improvisiert und äußerst beschwingend. Und die Musiker können sogar singen und beherrschen den Scat. Das sind lautmalerische Nachahmung instrumentaler Phrasen.

Jazzfans und Kenner kamen auf ihre Kosten. Und auch alle anderen Zuhörer wurden in die Welt der verrauchten Jazzkneipen in Storyville, dem Amüsierviertel von New Orleans, entführt – sowohl musikalisch, als auch durch Ladwigs Erläuterungen zu Louis Armstrongs Biographie, gespickt mit witzigen Anekdoten aus dessen bewegten Leben.

Sorgten mit ihrem musikalischen Ausflug in die 20er für gute Stimmung (von links): Herrmann Bruderhofer am Banjo, Uwe Ladwig am Saxophon und Philipp Rellstab an der Trompete.
Sorgten mit ihrem musikalischen Ausflug in die 20er für gute Stimmung (von links): Herrmann Bruderhofer am Banjo, Uwe Ladwig am Saxophon und Philipp Rellstab an der Trompete. | Bild: Constanze Wyneken

Die Abendveranstaltungen bei Bücher am Markt etablieren sich in Stockach: Ladeeigentümerin Diana Taddia und ihr Lebensgefährte Thomas Hahn haben ein gutes Händchen in der Wahl der auftretenden Interpreten. Wie gut die Konzerte und Veranstaltungen angenommen werden, beweist dies. Sie avancieren zu einem Geheimtipp für gute und virtuose Unterhaltung.

Und so waren auch beim Jazz-Konzert mit Musik von Louis Armstrong alle Plätze besetzt. Auch die Stehplätze waren allesamt belegt. Füße wippten, Finger schnippten und in den hinteren Reihen wurde sogar (leise) gesteppt. Und auch das Hut-Konzept geht auf – es gibt keinen Eintritt. Jeder gibt in einen Hut, was er mag oder kann. So ist Kultur für jedermann und jederfrau zu haben.