Die Kommunalwahl Ende Mai 2019 beschäftigt die Stockacher Sozialdemokraten bereits. Das wurde bei der jüngsten Hauptversammlung des Ortsvereins deutlich. Dabei gab es angesichts der schlechten Wahlergebnisse bei Bundestags- (2017) und Landtagswahl (2016) deutliche Kritik an der Führungsmannschaft der Partei. So sprach der Kreisvorsitzende Tobias Volz von Landesministern, die im Wahlkampf in der Region kaum präsent gewesen seien. Und der Ortsvorsitzende Wilfried Herzog übte Kritik an der Themensetzung im Bundestagswahlkampf und der Kampagne gegen die neue große Koalition, die von den Jusos ausgegangen war. Doch nach dem Blick auf das "historische Desaster" der SPD (Herzog) bei der Bundestagswahl kamen bei den Genossen auch einige Ideen für den Kommunalwahlkampf zusammen, für das von Herzog ausgegebene Ziel, die fünf Sitze möglichst zu halten.

Thomas Warndorf, seit 2012 im Stockacher Gemeinderat, plädierte dafür, auf das Thema Wohnungsbau und Flächenverbrauch zu setzen. Nach seiner Ansicht sollte die Stadt mehr Anteile bei der Baugenossenschaft zeichnen, um Einfluss auf die Baupolitik nehmen zu können – auch für den schmalen Geldbeutel. Dass sozialer Wohnungsbau inzwischen im Gemeinderat ein Thema sei, gehe auch auf die SPD zurück, sagte Fraktionschef Joachim Kramer. Die Verzögerung beim Zuschussbescheid für den Anbau ans Krankenhaus war den Genossen ein Dorn im Auge. Auch das Thema Verkehr erwähnte Warndorf und wurde darin von Claudia Weber-Bastong unterstützt. Die SPD-Mitglieder sprachen zudem über den Umgang mit der AfD, die zuletzt viele Stimmen auch im Raum Stockach bekommen hat.

Der Kreisvorsitzende Volz stellte eine Neuordnung des Verhältnisses von Kreisverband und kleinen Ortsverbänden in Aussicht. Der SPD-Ortsverband Stockach hat derzeit etwas mehr als 30 Mitglieder, von denen zehn bei der Hauptversammlung waren. Im Jahr 2017 gab es laut Kassierer Winfried Hänert ein leichtes Plus in der Kasse.