„Hervorragend. Das habe ich nicht erwartet, dass die das so gut spielen“, jubelt ein enthusiastischer Zuhörer nach Benjamin Brittens „Simple Symphony“. Dass man beim zweiten Konzert der im vergangenen Jahr neu gegründeten Streicherformation „Das Orchester“ mit den wie aus einem Guss zusammenwirkenden Geigen, Violen, Celli und Kontrabässen im vollen Veranstaltungssaal der Waldorfschule eine musikalische Sternstunde erleben würde, war schon klar bei dem mit charismatischer Leichtigkeit spritzig rezitierten Divertimento.

Deutlich zu spüren war das gute Einvernehmen der Streicherformation zu ihrem Dirigenten Thorsten Leonhard.
Deutlich zu spüren war das gute Einvernehmen der Streicherformation zu ihrem Dirigenten Thorsten Leonhard. | Bild: Gabi Rieger

Fantastisch aufeinander eingespielt, inspirierten die aus einem Fundus von passionierten Schülern, Eltern, Lehrern und Freunden der Waldorfschule gewonnenen Virtuosen ihr begeistertes Auditorium mit anspruchsvoller Konzertliteratur von Wolfgang Amadeus Mozart, Jean Sibelius und Benjamin Britten.

Zuerst solo, danach im Orchester

Dass sich die bestens disponierten Ausführenden mit dem verbinden, was sie mit Präzision und Spielfreude musizieren, war genauso deutlich zu spüren, wie das gute Einvernehmen zu ihrem Dirigenten Thorsten Leonhard. Wolfram Lucke, der als Solist im wirkungsvollen Klavierkonzert von Mozart brillierte und dabei sowohl ein gutes Ohr für sich selbst wie auch für seine musikalischen Partner im Orchester bewies, wirkte in der zweiten Programmhälfte als Cellist im Streichorchester.

Nach seinem pianistischen Intermezzo war Wolfram Lucke als versierter Streicher wieder unter den Cellisten.
Nach seinem pianistischen Intermezzo war Wolfram Lucke als versierter Streicher wieder unter den Cellisten. | Bild: Gabi Rieger

Dramaturgisch spannend gestaltet war der pianissimo ausklingende „Valse Triste“ (trauriger Walzer) von Jean Sibelius, eine Bühnenmusik zum Drama „Kuolema“. Das intensiv gestaltete Oeuvre untermalt die Sterbeszene der Mutter, die sich auf einem Ball wähnt, zu tanzen beginnt und erkennt, dass ihr Partner der Tod ist.

Blumenreicher Abschluss

Neu belebt waren die höfischen und volkstümlichen Tänze bei Benjamin Brittens „Simple Symphony“. Ausstrahlung, Intonation, Klang und eine klare Agogik waren die Zutaten, die das abwechslungsreiche Werk zum stimmungshebenden Hörvergnügen machten, bevor im Publikumsjubel Kinder mit Blumen auf die Bühne stürmten.

Im finalen Publikumsjubel wurde die Bühne von Kindern mit Rosen erstürmt.
Im finalen Publikumsjubel wurde die Bühne von Kindern mit Rosen erstürmt. | Bild: Gabi Rieger