Die Laienspieler des SC Hoppetenzell haben erneut einen mehr als nur unterhaltsamen Theaterabend geboten. Die Zuschauer, welche teilweise auch von befreundeten Theatergruppen nach Hoppetenzell gekommen waren, hatten wieder einmal ihren Spaß.

Das Ensemble spielte in der Johanniterhalle – und das Flair der Halle ist etwas ganz besonderes. Auch in der letzten Reihe kann man die Spielerinnen und Spieler auf der Bühne ohne Tonverstärkung laut und deutlich hören.

Die Vorsitzende der Liga für Erhalt für Sitte und Anstand, Kuni Keusch (Cilli Engst), zeigt sich auch mit dem Pastoralreferenten Kalle Rummelliege (Torsten Grömminger) unerbittlich. Bild: Doris Eichkorn
Die Vorsitzende der Liga für Erhalt für Sitte und Anstand, Kuni Keusch (Cilli Engst), zeigt sich auch mit dem Pastoralreferenten Kalle Rummelliege (Torsten Grömminger) unerbittlich. Bild: Doris Eichkorn

Ganz gleich, wie Charaktergestaltung und Sprechweise der jeweiligen Figuren ausfiel; etwa die dümmliche und naive Mäusi Rohackel, die herrlich lispelnd von Rebecca Jäger dargeboten wurde, oder der zarte Pastoralreferent Kalle Rummelliege, gespielt von Torsten Grömminger, der zu Beginn sehr vergeistigt und zart sich den Weg in die Akzeptanz der Männergesellschaft des örtlichen Fußballvereins erkämpfen muss.

Kalle Rummelliege muss sich in der Männergesellschaft bewähren

Dass Fußball neben manch alkoholischem Getränk das Lebenselixier der Männer auf dem dörflichen Sportplatz ist, dies wurde für ihn der Schlüssel der Anerkennung. Denn nach dem plötzlichen Eintreffen der Damenrunde mit dem aussagekräftigen Vereinsnamen „Liga für Erhalt von Anstand und Sitte“ half statt der Flucht nach vorne nur der Weg in den Weinkeller des Clubhauses auf der Hoppetenzeller Birkenstaude.

Heiss her ging es auf der Bühne in der Johanniterhalle in allen drei Akten. Bild: Doris Eichkorn
Heiss her ging es auf der Bühne in der Johanniterhalle in allen drei Akten. Bild: Doris Eichkorn

Die Kulisse erinnerte sicherlich so manchen Besucher an das Clubhaus seines Vereins. Ein übergroßer Mann mit Ball am Fuß zierte die Wand der Kulisse, gleich nebenan ein Mannschaftsfoto aus den erfolgreichen guten alten Zeiten. In der Ecke auf einem Bord, liebevoll nebeneinander gereiht, die Pokale, welche mit hartem Training und Fleiß errungen wurden.

Ein anstößiger Plan fliegt auf

Gerade der Fleiß fehlt wohl neben der Motivation manch einer Figur im Stück, denn neben einer Gladiatorenzerrung und Unlust gibt es auch noch die Ehefrauen, welche die Männer nur ungern zur Ausübung ihrer Treffen ins Vereinsheim gehen lassen wollen.

Wunderbar unterhaltsam, spontan und in Mimik und Ausführung kaum zu übertreffen: Die Akteure auf der Bühne waren in jeder Szene voll in ihrem Element. Bild: Doris Eichkorn
Wunderbar unterhaltsam, spontan und in Mimik und Ausführung kaum zu übertreffen: Die Akteure auf der Bühne waren in jeder Szene voll in ihrem Element. Bild: Doris Eichkorn

So hecken die cleveren Männer einen Plan aus, um das anstehende Vereinsjubiläum ganz nach ihrem Geschmack zu feiern. Nicht nur mit Musik und gutem Essen, sondern dann auch noch als Nachtisch mit einer Stripperin. Allerdings fliegt der Plan recht schnell auf, und die Frauen aus dem Dorf mischen dann kräftig mit.

Die Gags zünden

Das Stück in drei Akten sorgte bei den Besuchern in der Johanniterhalle vermutlich für einen Muskelkater im Bereich der Bauchmuskulatur, denn diese strapazierten die Spieler immer wieder kräftig. Ganz egal, ob als männliche Primaballerinas im weißen Hemd mit rosafarbenem Tütü und langem wallenden Haar, oder wenn spontan der störendste im Raum kurzfristig an der Garderobe des Clubhauses aufgehangen wurde. Die Zuschauer waren begeistert und spendeten während und nach der Aufführung mächtig Applaus.

Aus den Reihen der Zuschauer gab es bereits den Wunsch, aufgrund der extrem hohen Nachfrage und der Tatsache, dass beide Aufführungen bereits im Vorverkauf ausverkauft waren, bei künftigen Inszenierungen über eine dritte Aufführung nachzudenken.