Kreatives Chaos prägte die Atmosphäre im Theatersaal der Freien Waldorfschule während vieler Proben für das Achtklassspiel „Herr der Diebe“ nach dem Jugendroman von Cornelia Funke: zwischen aufgeklappten Leitern eine venezianische Maske; eine blaue Turnmatte am Rand der Hauptbühne; auf den Seitenbühnen zwischen Werkzeugen und Holzlatten ein Korb mit Hosenträgern. Die Kulisse zeigt eine italienische Piazza. Die 32 Achtklässler probten täglich bis zu acht Stunden. Claudius Hoffmann, der die Regie führt, hat mit den Schülern die vorhandene Bühnenfassung fast komplett umgeschrieben. Inzwischen sind die Proben fast abgeschlossen und die Premiere steht bevor.

„Staubwedeln und den Detektiv empfangen muss ich“, erklärt Naomi Römer, die als Dienstmädchen kostümiert ist, bei einer der Proben. Von der Seitenbühne aus führt die Sekretärin der Detektei Getz ein emotionales Telefonat. Lioba Hinz, zuständig für die Kostüme, verfolgt interessiert das Geschehen. „Warum haben sie die beiden nicht festgehalten?“, sagt die böse Stieftante wütend. Wegen ihr sind die verwaisten Söhne ihrer verstorbenen Schwester geflüchtet. „Was sollen wir machen? Der Schnüffler sitzt am längeren Hebel“, ruft Laurin Sperling als Scipio.

In dem Stück ist Scipio als titelgebender Herr der Diebe der geheimnisvolle Anführer einer venezianischen Kinderbande, die er mit dem Verkauf der Beute aus seinen Raubzügen über Wasser hält. Keiner kennt seinen echten Namen oder seine Herkunft. Auch nicht die verwaisten Brüder Prosper und Bo, die auf der Flucht vor ihrer bösen Tante und dem von ihr beauftragten Detektiv Victor Unterschlupf bei der Bande fanden. Als Scipio von einem magischen Karussell erfährt, beginnt ein gefährliches Abenteuer.

Zu sehen ist dieses Abenteuer von Mittwoch, 29. Mai, bis Samstag, 1. Juni, jeweils um 19.30 Uhr. Eintritt frei, Spenden erbeten. Kartenreservierung unter Telefon (077 71) 87 06 0 oder E-Mail schulbuero@waldorfschule-wahlwies.de notwendig