Große Vorfreude liegt in der Luft, denn ein außergewöhnliches Konzert wirft seine Schatten voraus. Erstmals wird es in Stockach ein Kinder- und Familienkonzert geben. Es ist Leben und Werk Ludwig van Beethovens gewidmet. Die Organisatoren, Kulturamtsleiter Stefan Keil und Dirigent Georg Mais, sind gespannt, wie dieses Sonderkonzert ankommen wird. Einige Fünft- bis Siebtklässler des Schulverbunds Nellenburg wirken mit. Die Siebtklässler, bei denen Beethoven ein Schwerpunktthema im Unterricht ist, spielen ein kurzes Theaterstück, die Fünft- und Sechstklässler haben Portraits von Beethoven gemalt, wie er heute aussehen könnte. Außerdem haben sie sich Fragen überlegt, die sie ihm stellen würden, wenn er noch leben würde. Acht Schüler werden einen Kontratanz zeigen. Musiklehrerin Nadja Kragler freut sich über diese Auftrittsmöglichkeit für ihre jüngsten Schüler.

Solist ist der 23-jährige Pianist Aaron Löchle

Am Sonntag, 17. Februar, 16 Uhr, spielt der 23-jährige Pianist Aaron Löchle im Bürgerhaus Adler Post. Beethoven-Kenner Mais wird die musikalische Entdeckungsreise in die Zeit vor 200 Jahren moderieren. Er sagt: "Der junge Künstler sieht sogar ein wenig aus wie Beethoven, stammt aus Tengen und seine Mutter lebt in Stockach. Er hat also durchaus einen regionalen Bezug. Aaron studiert an der Musikhochschule Freiburg in der Meisterklasse und spielt Beethoven auf höchstem Niveau." Mais betont, für ihn sei der Komponist die schillerndste Künstlerpersönlichkeit, die unsere Musikgeschichte hervorgebracht habe.

Konzert fördert Verständnis für die Feiern im Jubiläumsjahr

Tatsächlich gehört Ludwig van Beethoven zu den weltweit bekanntesten Deutschen und gilt als einer der größten Komponisten. Seine Musik hat sich als zeitlos erwiesen und selbst Menschen, die keinen direkten Zugang zu klassischer Musik haben, kennen das berühmte "Ta-Ta-Ta Taaaa"-Intro der fünften Sinfonie. 2020 jährt sich Beethovens Geburtstag zum 250. Mal. Warum findet das Konzert dann jetzt schon statt? "Wir bereiten vor auf das, was kommt. Schließlich arbeiten wir mit einer Bildungsanstalt zusammen", erklärt Mais augenzwinkernd. Im kommenden Jahr werde Beethoven an allen Ecken rauf und runter gespielt werden. Schüler, die sich mit dem Thema beschäftigt hätten, könnten dann ganz anders damit umgehen, hätten ein Gefühl dafür, warum der Künstler so gefeiert wird.

Schüler haben schon einmal mit ihrem Wissen geglänzt

Wie Stefan Keil freut sich Georg Mais darüber, dass der Schulverbund diese Premiere begleitet. Er habe großartige Erfahrungen mit dieser Schule gemacht, als vor anderthalb Jahren Mozart im Mittelpunkt einer Aufführung stand. "Ich war beeindruckt, was die Kinder alles wussten und wie sie mit dem Thema umgegangen sind. Das ist ein Weg, den man weitergehen muss", so Mais.

Der Nachmittag sei sicher geeignet für Kinder ab etwa acht Jahren. Er erklärt, die Kinder würden nicht nur Zuhörer, sondern mittendrin sein. Sie werden ganz wesentlich zum Erfolg der Veranstaltung beitragen, denn der Moderator möchte mit ihnen ins Gespräch kommen. Er sagt: "Wir wissen nicht, wie es ausgeht, das hat ja was."

Bürgerstiftung unterstützt das künstlerische Projekt

Dann spannt er einen weiten Bogen: Auch Beethoven habe schon mit Sponsoren gearbeitet. "Damals war es ein Fürst Karl von Lichnowsky, heute ist es für uns die Bürgerstiftung." Willi Zöller von der Bürgerstiftung Stockach betont: "Wir geben gerne etwas für das Konzert." Jugend und Klassik gemeinsam – das sei faszinierend. Der Bürgerstiftung sei es wichtig, Kultur und Jugend zu verbinden. Rund 1000 Euro werde sie übernehmen. Dass die Eintrittspreise eher symbolisch zu verstehen sind, um die Schwelle niedrig zu halten, nennt Manfred Peter als weiteren Beweggrund für die Unterstützung der Bürgerstiftung.