Fasnacht ist nicht immer nur Spaß. Jedenfalls nicht für jene, die die Verantwortung tragen, beispielsweise bei der Organisation eines Narrentreffens. Die Aufgabenliste ist lang: Nachtumzug, Tagumzug, ein Festzelt soll aufgestellt, Versicherungen und Gema bezahlt werden, für die Sicherheit muss gesorgt, die Arbeitseinsätze müssen organisiert werden – das kann viel Aufwand sein. Ein Blick in die Region, wo am Wochenende zwei Freundschaftstreffen stattfinden:

In Eigeltingen-Honstetten scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Dort veranstaltet vom Freitag, 17., bis Sonntag, 19. Februar, der Narrenverein Talgeister ein Freundschaftstreffen, der Anlass ist das 40-jährige Bestehen. Die 75 Mitglieder der Talgeister sind alle eingebunden, darüber hinaus helfen die übrigen Vereine im Dorf: Sportverein, Musikverein, Kirchenchor, Guggenmusik. Narrenpräsident Bernhard Bach ist nicht bang: "Das funktioniert in Hon­stetten, alle helfen mit. Wenn es klemmt, wird sich keiner drücken."

Auf Schwierigkeiten ist Bach bei der Organisation bisher nicht gestoßen. Der Kontakt zu den Behörden sei konstruktiv. "Großes Kompliment an die Gemeinde Eigeltingen: Wir werden unterstützt, auch von den anderen Ortsteilen." Auch wegen der Sicherheit macht sich Bach keine Sorgen. Für den Samstag habe der Narrenverein erstmals eine Security-Firma mit sieben Einsatzkräften beauftragt. "Das ist aber das erste Mal, dass wir das tun. Normalerweise regeln wir alles selbst. Beim Herbstfest gab es noch nie ein Problem."

Nicht ganz so gelassen nimmt Josefine Traber, Zunftpräsidentin der Sunnelöscher, die Organisation des Freundschaftstreffens in Mühlingen, das am Freitag, 17., und Sonntag, 19. Februar, stattfindet. Zuletzt fand vor 27 Jahren ein Narrentreffen im Ort statt – nun hätten die Mitglieder eingefordert, dass die eigene Zunft zum Veranstalter werde. Traber sieht den Aufwand als immens an. Allein die Sicherheitsfragen seien sehr umfassend mit Ordnungsamt, Polizei und Security-Firma diskutiert worden: Parkplätze, Jugendschutz, Straßensperrungen sind die Grundsäulen des Konzepts. Der Umzugsweg habe nach dem Feiern sauber zu sein, dafür ist der Veranstalter verantwortlich.

Am meisten Probleme hat Josefine Traber mit der Haftung: "Das Ehrenamt wird immer anspruchsvoller, man investiert viel Zeit und Geld und haftet schließlich mit dem Privatvermögen." Das ist aus ihrer Sicht zu viel Verantwortung für nicht-kommerzielle Organisatoren. Es gibt Szenarien, die denkbar abschreckend wirken, etwa ein Unfall während des Umzugs. Ob sie das alles wieder tun würde? "Im Moment denke ich: einmal und nicht wieder. Mit etwas Abstand sieht es vielleicht anders aus." Auf der anderen Seite verbucht Traber das Engagement im Dorf als großes Plus: "Es waren von Anfang an viele, die bereit waren mitzuhelfen. Es halten alle zusammen, anders ginge es aber auch nicht."

Und in der Rückschau? Thomas Buchholz, Präsident der Stierzunft Muhwiesen im Stockacher Ortsteil Wahlwies, kann einiges erzählen. Die Stierzunft hat am Samstag, 21. Januar, einen dreifachen Jahrestag gefeiert – mit einem Nachtumzug, nicht mit einem größer angelegten Freundschaftstreffen. "Ein Nachtumzug ist organisatorisch leichter zu stemmen als ein ganzes Freundschaftstreffen", sagt Buchholz. Nicht zuletzt hätte man sonst für ein ganzes Wochenende die Mitglieder gebraucht, und eine große Mannschaft hätte am Montag zum Abbauen Urlaub nehmen müssen – nach dem Nachtumzug habe man das meiste schon am Sonntag erledigen können. Zudem sei es bei kleineren Ereignissen leichter, mit der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee einen Termin abzustimmen. Über den Organisationsaufwand an sich klagt Buchholz nicht. Und: "Das Engagement der Zunft war wirklich klasse."

Die Kosten

Josefine Traber berichtet von einem Teil der finanziellen Aufwendungen der Zunft: Toilettenanlage: 3000 Euro, Heizung: etwa 1000 Euro, Security: 3500 Euro, Lichttechnik: 1000 Euro, DJ: 2000 Euro, Notstrom: 1000 Euro, Orden und Pins: 3000 Euro, DRK: 2000 Euro. Hinzu komme, dass der Vereinsvorsitzende mit seinem Privatvermögen haftet. Allerdings ist Traber überzeugt, dass die Einnahmen beim Narrentreffen gut sein werden. (cla)