Stockach-Wahlwies – Als Vorlage für ihr Theaterprojekt haben sich die Zwölftklässler der Waldorfschule die Komödie "Der Revisor" von Nikolai Gogol ausgesucht. Das sozialkritische Werk in Form einer Komödie beginnt damit, dass der kräftig in die eigene Tasche wirtschaftende Stadthauptmann eines abgelegenen russischen Provinznests seinen ebenfalls korrupten Beamten verkündet, dass ein Revisor aus Petersburg inkognito unterwegs sei, um in ihrem Heimatort nach Missständen zu fahnden. Ein Zechpreller und Heiratsschwindler, der sich als Beamter aus Petersburg ausgibt, wird von den korrupten Staatsdienern irrtümlich für den gefürchteten Revisor gehalten.

Besucher loben den Humor

"So lebendig, witzig und so flott" resümierte Daniela Schmieder aus dem Kreis der rund 300 Premierenbesucher. Die Komik der Inszenierung ergebe sich aus der Eigensicht der Figuren sowie auf der anderen Seite ihrer Darstellung und Fremdwahrnehmung.

Die 37 Zwölftklässler haben mit ihrer Regisseurin Laura Hagemann aus dem Stoff um Verwechslung, Korruption und Gier eine rasante Komödie mit viel Schwung auf die Bühne gebracht. Die Kostüme (Lioba Hintz) sind toll. Der Bühnenbau ist schlicht, aber äußerst durchdacht in seiner Wandelbarkeit. Detailfreudig, komödiantisch und immer wieder liebenswert charmant werden die verblendeten Figuren dargestellt, wie etwa die völlig exaltierte Frau des Stadtobersten samt ihrer naiven Tochter.

Einzelne Figuren überzeugen besonders

Brillant gespielt ist auch der Ossip, der es ausnutzt, für den Diener des Revisors gehalten zu werden. Die in ihrer Eitelkeit witzig überzeichneten Charaktere bereiten Vergnügen. Der Klamauk der Inszenierung kommt gut an, herzlich ist der Beifall des amüsierten Publikums. "Hier gibt es einen Haufen Beamte. Ich glaube, die halten mich für ein hohes Tier" sinniert der vermeintliche Revisor, als sich Bürger bei ihm über den Stadthauptmann beschweren.

Weitere Vorstellungen: am Freitag, 13. Juli, und Samstag, 14. Juli, jeweils um 20 Uhr in der Turnhalle