Stockach Knochenarbeit statt Strandurlaub

Die christliche Jugendgruppe TMJ aus Stockach baut in Rumänien bei einem neuen Gemeindehaus mit und verteilt dort Essen und gespendete Kleider.

Eine Gruppe Jugendlicher aus Stockach war in Rumänien hart im Einsatz und half dort, ein neues Gemeindehaus zu bauen. Das alte war windschief und eine rechte Bruchbude.
Eine Gruppe Jugendlicher aus Stockach war in Rumänien hart im Einsatz und half dort, ein neues Gemeindehaus zu bauen. Das alte war windschief und eine rechte Bruchbude. | Bild: Freie Christengemeinde Stockach

Während andere Jugendliche in ihrem Sommerurlaub am Strand lagen und sich erholten, zeigten 20 Mitglieder der Jugendgruppe TMJ (Teens meet Jesus) der Freien Christengemeinde Stockach harten Einsatz: Sie fuhren auf eigene Kosten nach Rumänien und halfen dort, unter schwierigen Bedingungen ein Gemeindehaus neu aufzubauen. Dieses Hilfsprojekt läuft schon seit vier Jahren. Es wird von Benjamin Jurenka, Raphael Hini und einem Missionar aus Rumänien geleitet.

Zehn Tage lang waren die Jugendlichen unterwegs und in Rumänien. 24 Stunden saßen sie auf dem Hinweg im Auto und 20 Stunden auf dem Rückweg. Und das bei teils bis zu 40 Grad in Rumänien. Dennoch war die Stimmung gut, berichten die Stockacher nach ihrer Rückkehr.

Im Ort Vinju Mare war das erste Projekt. Es ist ein Gemeindehaus, an dem letztes Jahr schon neue Wände außen herum hochgezogen wurden. Ausgerüstet mit Fachwissen und gutem Werkzeug deckten die Jugendlichen das Dach ab, rissen den Dachstuhl ab und fertigten einen neuen an. Danach wurden die alten Wände mit bloßen Händen eingerissen. Als zweites Projekt galt es, einer armen Familie zu helfen, die unter dem Existenzminimum lebt. An dem Haus mit nur zwei kleinen Zimmern, das schief und krumm aus einfachen Materialien erbaut war, haben die Stockacher Wände gefestigt, Decken stabilisiert und Böden betoniert. Die Familie besitzt nur zwei Betten, in denen sie alle schlafen, und auch sonst ist sie extrem arm. Die jugendlichen Helfer waren ganz erstaunt darüber, dass die Familie noch mit einem Plumpsklo lebt und im kalten Winter bisher mit so wenig Dämmung und offenen Räumen auskam.

Eine Kleiderverteilung im Nachbardorf war auch Teil der Hilfsaktionen. Die Jugendlichen verteilten nicht nur Kleider, die sie davor in der Gemeinde in Stockach gesammelt hatten, sondern auch Essenspakete. Doch trotz der Armut und des erlebten Elends bekamen die Jugendlichen ziemlich viel zurück.

Der Kontakt kam 2007 über einen Bekannten der Jugendgruppe zustande. Damals kamen zehn Jugendliche der Gruppe auf die Idee, einen produktiven Urlaub zu machen. Die Arbeit in Rumänien, die Armut der Menschen und die Einsätze sind ihnen dabei so wichtig geworden, dass das Projekt bis heute noch läuft. Für den Herbst wird darüber nachgedacht, einen ähnlichen Einsatz mit Erwachsenen zu machen, da einige daran interessiert sind.

Der nächste Hilfstransport ist möglich, wenn 3000 Euro Spenden zusammenkommen, um die Verschickung der Lebensmittel und Kleider, sowie die Miete des Lastwagens zu finanzieren. Hierfür suchen die Jugendlichen noch Kleidung, Baumaterialien, aber auch Waschmaschinen, Trockner etc. Der letzte Einsatz wurde Dank der vielen Spender mit 4000 Euro unterstützt, die die Jugendlichen zum Hausbau der Gemeinde einsetzen konnten.

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