Neue geplante bauliche Maßnahmen werden für den Abwasserverband Stockacher Aach, zu dem die Gemeinden Stockach, Bodman-Ludwigshafen, Orsingen-Nenzingen, Eigeltingen, Sipplingen, Hohenfels sowie der Radolfzeller Ortsteil Stahringen gehören, immer öfter zu einem Problem. „Wir kriegen momentan einfach nicht die Handwerker her, wie wir sie bräuchten, um nötige Investitionen zeitgerecht ausführen zu können“, erklärte Stadtbaumeister Willi Schirmeister, der schon in der Versammlung 2017 darauf hinwies, dass die Kläranlage am Seeende zwischen Bodman, Ludwigshafen und Espasingen dringend eine neue leistungsfähige Notstromversorgung benötige, um bei einem „Blackout“ die Funktion der Anlage für mehrere Stunden vorhalten zu können. Diese Maßnahme wurde jetzt für 2020 vorgesehen.

Wasserqualität wird drei Mal wöchentlich geprüft

Matthias Weckbach, Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen und stellvertrender Verbandsvorsitzender, regte für die Kläranlage, die jetzt schon einige Jahre auf dem Buckel habe, eine Untersuchung des generellen Zustands der Anlage an. Abwassermeister Carsten Bucksch, der seit 25 Jahren die Kläranlage betreut, gab daraufhin seinen „Bericht zur Lage der Nation“, wie er ihn schmunzelnd nannte. Er teilte mit, dass die Aktivkohle seit acht Jahren zufriedenstellend arbeite, dass die Wasserqualität, die drei Mal wöchentlich eigen-geprüft werde, sehr gut sei, und dass eine 90-prozentige Spurenstoffelimination erreicht worden sei. Neben der Eigenkontrolle der Wasserqualität werde diese hinsichtlich der Spurenstoffelimination sechs bis sieben Mal jährlich von verschiedenen baden-württembergischen Instituten geprüft.

Alterungsprozess hinterlässt seine Spuren

„Natürlich unterliegt die Anlage einem Alterungsprozess, der auch seine Spuren hinterlässt“, so Bucksch. Erfreut zeigte er sich über die 26-jährige Laufzeit einer Pumpe, die Abfall aller Art abbekomme und dadurch sehr beansprucht werde. Aber auch er unterstrich, wie Schirmeister, dass es immer wieder Überraschungen gebe, auf die man dann auch schnell reagieren müsse. Üblicherweise werden anstehende Investitionen in den Verbandsversammlungen besprochen. Manchmal müsse aber auch schnell reagiert werden, um größere Schäden zu vermeiden. Dazu erklärte der Verbandsvorsitzende Rainer Stolz, dass man dies dann im sogenannten Umlaufverfahren, bei dem vor einer zu tätigenden eiligen Investition alle Mitglieder des Zweckverbands gefragt werden müssen, erledige.

Zum Personalbestand der Anlage erklärte Carsten Bucksch, dass momentan fünf Personen die Anlage betreuten. Da aber diverse Pensionierungen anstünden, halte man jetzt schon Ausschau nach neuem Personal.