Stockach Kinderumzüge in Stockach und Wahlwies: Die Kleinsten einmal ganz groß

Bei strahlendem Sonnenschein fanden die letzten Fasnetsveranstaltungen des Jahres statt. Besonderen Spaß hatten die Nachwuchsnarren bei den Umzügen und dem Narrenbaumsetzen.

Die fröhlichen Nachwuchsnarren strahlten am Fasnetsdienstag mit dem blauen Himmel um die Wette. Dass auch die Kleinen große Narrenbäume setzen können, bewiesen sie bei den Umzügen in Stockach und Wahlwies. Dort fand das letztes Mal in diesem Jahr das bunte Treiben statt – angeführt vom Narren-Nachwuchs.

Seite an Seite zogen Klein und Groß am Nachmittag durch die Stockacher Oberstadt, bejubelt von schier unzähligen Besuchern. Alle Gliederungen des Hohen Grobgünstigen Narrengerichts zu Stocken waren dabei. Den Takt gaben dabei die Jüngsten vor: in den Musikkapellen, bei den Laufnarren, den Marketenderinnen, den Alt-Stockacherinnen, der Hänselegruppe und natürlich bei den Zimmerern. Bei Letzteren durfte der Nachwuchs seinen eigenen Narrenbaum setzen – zwölf Meter lang und frisch aus dem Stadtwald geholt, wie Moschter Frank Eckardt verriet. Mit einem eigenen Holzwagen transportierten die 25 Jungzimmerer, begleitet von den Erwachsenen, den Baum vom Hotel Fortuna bis zum Gustav-Hammer-Platz.

Eine wichtige Aufgabe beim Transport, das Lenken des Wagens, übernahm – unterstützt von Ralf Maier – der sechsjährige Nachwuchs-Wischenheber Kai Karrer. "Es macht einfach Spaß, damit durch die Straßen zu fahren", freute sich der kleine Zimmerer, der bereits seit drei Jahren der Gilde angehört. "Dazu gehört dann auch Mal, die Schaulustigen mit der Spitze des Baumes zu ärgern", ergänzte der erfahrene Ralf Maier lachend. Angekommen am Bestimmungsort, zeigten die Jungzimmerer, dass ihnen die Zukunft der Gilde gehört. Mit hölzernen Schwalben stemmten sie den Stamm wie die Großen Schub um Schub in die Höhe bis er beinahe senkrecht stand.

Auf dem Gustav-Hammer-Platz setzen die Nachwuchs-Zimmerer nach dem Kinderumzug des Stockacher Narrengerichts ihren eigenen Narrenbaum – wie die Großen mit dem traditionellen Zimmerer-Werkzeug. Bild: Lukas Reinhardt
Auf dem Gustav-Hammer-Platz setzen die Nachwuchs-Zimmerer nach dem Kinderumzug des Stockacher Narrengerichts ihren eigenen Narrenbaum – wie die Großen mit dem traditionellen Zimmerer-Werkzeug. Bild: Lukas Reinhardt | Bild: Lukas Reinhardt

Und sie zeigten ebenso, dass sie wie die Großen streiken können. Bis die jungen Marketenderinnen kamen und die Nachwuchs-Zimmerer mit Würsten und Saft versorgten, verweigerten die ihren Dienst. Dann, nach einem schnellen Hauruck, stand der Baum.

In Wahlwies hatte sich das Narresome-Team der Stierzunft ins Zeug gelegt, um einen besonderen Kinderball zu organisieren. Bei Sonnenschein liefen Kinder und Eltern, angeführt vom Musikverein und Hansele Frank Klaiber, vom Narrenbaum zur Roßberghalle. Dort wartete ein abwechslungsreiches Programm: Anja und Jasmin Kuppel hatten mit Grundschülerinnen eine Turnvorführung einstudiert. Kindergartenkinder, Lena und Jenny Klaiber sowie Katharina Mauch nahmen die Gäste mit auf eine Flugreise durch die Welt. Anschließend zeigten die Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren ihr Turn- und Tanztalent. Spontan sangen fünf Viertklässlerinnen ein Lied, bevor Franziska Buchholz, Mareike Stecher und Selina Euschen mit einigen Freundinnen ihren selbst choreografierten Tanz zeigten. Die "Wiesenblumen" begeisterten das junge Publikum in ihren farbenfrohen Tanzsäcken und der bisherige Narrenpräsident Thomas Buchholz war sehr gerührt, als die Narrenkinder zum Abschied ein Lied sangen. Er bleibt dem Verein als Schriftführer erhalten.

Dann stürmten die Kinder die Stationen: Es gab unter anderem Dosenwerfen, basteln, Rollenbahn und ein Bällebad. Das an diesem Nachmittag entstandene Wandbild mit den Handabdrücken der Kinder solle in der Zunftstube aufgehängt werden, erzählte Manuela Klaiber. Gegen Ende wurden die Gewinner des Narrenbaums ermittelt: Gewonnen hat das gelbe Los mit der Nummer 368. Das Ersatzlos ist grün und trägt die Nummer 525. Der Gewinner darf sich beim Vorstand melden.

Wie es weitergeht

  • In Stockach wird am heutigen Aschermittwoch vor dem Narrenwirtshaus „Badischer Hof“ ab 18 Uhr die Fasnacht vergraben. Anschließend, ab 18.30 Uhr, hält der Verein Hans Kuony seine Hauptversammlung im Narrenstüble ab. Der Narrenbaum wird erst am Lätare-Sonntag, 11. März, um 5 Uhr morgens gefällt.
  • In Wahlwies gibt es heute ab 19.30 Uhr den traditionellen Trauerschmaus der Stierzunft Muhwiesen im Gasthaus Frieden. Der Narrenbaum wird dann am Lätare-Samstag, 10. März, um 17 Uhr gefällt. (lre)

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