Kinderbetreuung, Bodenseegürtelbahn, Blutspender – mit diesen Themen wird sich der Stockacher Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 4. Juli, beschäftigen. Danach dürfte auf Eltern von Kindern, die den städtischen Schülerhort besuchen, die größte Neuerung zukommen. Denn die Verwaltung schlägt vor, dass auch für den Schülerhort die Elternbeiträge auf das württembergische Modell umgestellt werden. Darin werden Beitragsermäßigungen nach der Zahl der Kinder in einer Familie gewährt. Im bisherigen badischen Modell ist die Zahl der Kinder ausschlaggebend, die gleichzeitig dieselbe Einrichtung besuchen. Eine entsprechende Umstellung bei der Beitragsberechnung hat der Gemeinderat für die Kindergärten bereits beschlossen. Auch die Elternbeiträge für die verlässliche Grundschule werden ein Thema sein, ebenso wie die Frage, wie der Betrieb in den Kindergärten in der Franz Schubert-Straße und in Zizenhausen konkret gestaltet werden soll.

Der Bahnverkehr in Stockach wird in der Sitzung ebenfalls eine Rolle spielen. Konkret geht es dabei laut der Sitzungsvorlage vor allem um eine mögliche Verlängerung des Seehäsles bis Hindelwangen. Demnach habe Landrat Frank Hämmerle bei der Kreistagssitzung Anfang Mai das Gremium darüber informiert, dass die Landkreise Konstanz und Bodenseekreis sich darauf geeinigt haben, Ausbau und Elektrifizierung der Strecke zu unterstützen. Außerdem gehe Hämmerle davon aus, dass die Strecke bis Hindelwangen gleichzeitig überplant werde. Dies sieht die Verwaltung offenbar skeptisch. Bereits Anfang Mai, kurz vor der Kreistagssitzung, hatte Bürgermeister Rainer Stolz gesagt, er könne dies ohne Umfahrung nicht unterstützen, weil das Straßennetz in der Stadt am Limit sei. Der Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung an den Gemeinderat lautet nun, dass die Stadt nur dann einer Erweiterung der Seehäsle-Strecke bis Hindelwangen zustimmen könne, wenn "rechtzeitig vor eine eventuellen Umsetzung" ein Nachweis der Leistungsfähigkeit des innerstädtischen Straßennetzes erbracht werde.

Als erster Punkt steht übrigens die Ehrung von Blutspendern auf der Tagesordnung. Zudem geht es um die Bebauungspläne "Hintere Walke" und Goethestraße sowie um einen neuen Vertreter der Stadt im Kreisseniorenrat.

Die Sitzung beginnt am Mittwoch, 4. Juli, um 19 Uhr im großen Sitzungssaal des Stockacher Rathauses