Nächste Etappe in der Diskussion um Kindergartenbeiträge an Stockacher Einrichtungen: Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung dafür entschieden, die neuen Beiträge erst zum 1. April 2019 einzuführen. Nun soll das Thema bei den Haushaltsberatungen noch einmal aufgegriffen werden, und zwar auf Basis der Zahlen zur Familiengröße, die kürzlich bei den Kindergärten erhoben wurden. Die Beiträge laufen bis dahin unverändert weiter.

Für die Eltern, die sich gegen starke Beitragssteigerungen im Kleinkindbereich gewehrt haben, ist das ein Teilerfolg. Alle, die auf die Einführung des württembergischen Beitragsmodells zum Jahreswechsel gesetzt haben, das größere Familien entlastet, müssen warten. Zur Erinnerung: Im April hatte der Gemeinderat ein Rechenmodell beschlossen, das für Beitragsermäßigungen alle Kinder in einer Familie wertet, nicht nur diejenigen, die gleichzeitig in eine Einrichtung gehen, wie es bislang der Fall ist. Gleichzeitig hat das Gremium sich bei der Kleinkindbetreuung an die Empfehlung der Spitzenverbände gehalten, was zu den Steigerungen führte.

Die Aussprache im Gemeinderat, der einige Eltern folgten, fiel gemischt aus. Thomas Warndorf (SPD) kritisierte, Bürgermeister Rainer Stolz habe die Ratsentscheidung vom April in Frage gestellt, und sagte, dass er weiter voll hinter dieser Entscheidung stehe. Stolz antwortete, er habe nur angekündigt, die Verschiebung vorzuschlagen. Harald Karge (SPD) bemängelte, dass die großen Familien, die man entlasten will, nun noch ein Vierteljahr länger warten müssen.

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Jürgen Kragler (CDU) sprach sich dafür aus, das württembergische Modell beizubehalten, denn es habe eine Lenkungswirkung. Doch die Zuschläge für die Kleinkindbetreuung solle man überdenken, denn diese würden im schlimmsten Fall Menschen davon abhalten, in den Job zurückzukehren. Auch Werner Gaiser (CDU) bekräftigte die Unterstützung der CDU für das württembergische Modell. Er sei eher unglücklich darüber, dass die Entscheidung im April ohne klare Zahlen fiel. Unterstützung für die Verschiebung kam auch von Wolf-Dieter Karle (Freie Wähler). Gegen die Verschiebung stimmten Warndorf und Karge, Alexander Schmidt (Grüne) enthielt sich.

Und die Eltern? Die seien nun erleichtert, dass so viele Gemeinderäte für die Verschiebung waren, berichtet Jessica Aurioso von der Elterninitiative. Die Hoffnung sei nun, dass die Beiträge doch noch anders ausfallen. Und sie äußert sich zufrieden darüber, dass die Unterstützung für das württembergische Modell groß war. Zuletzt habe es nämlich auch Eltern großer Familien gegeben, die besorgt auf sie zugekommen seien.