Stockach Karrieretag am BSZ Stockach: Der erste Schritt in den Beruf

Der Karrieretag am Berufsschulzentrum (BSZ) Stockach soll Schülern aus der Region Orientierung geben. Rund 1500 von ihnen nahmen das Angebot an und informierten sich bei den Ausstellern über deren Ausbildungsangebote.

Zielstrebig steuert Marvin Lehmann den Infostand des Zolls an. Der Schüler des Berufsschulzentrums Stockach (BSZ) weiß, was er möchte. "Ich habe keine Lust, nur im Büro zu sitzen", erzählt er. "Bewegen möchte ich mich, rauskommen und was erleben", schiebt der 18-Jährige hinterher. Und beim Zoll, so vermutet er, sei das möglich. Marvin Lehmann ist einer von rund 1500 Schülern, die laut Schätzung der Veranstalter den Karrieretag am BSZ besuchen. Nicht alle wissen so genau wie Marvin Lehmann, wo ihre berufliche Zukunft liegt.

Am Stand des Hauptzollamtes Singen im ersten Stock des Hauptgebäudes findet Marvin Lehmann zahlreiche Infobroschüren – und Andreas Brinke. Der 22-Jährige hat erst im vergangenen Jahr seine Ausbildung zum Vollzugsbeamten erfolgreich abgeschlossen. "Es ist genau das, was den Karrieretag mit ausmacht", erzählt er. "Als jemand, der frisch aus der Ausbildung kommt, kann ich Interessierte natürlich gut aufklären."

"Schlauer als zuvor": Marvin Lehmann (links), 18 Jahre, informiert sich bei Andreas Brinke vom Hauptzollamt Singen über die Ausbildungsmodalitäten.
"Schlauer als zuvor": Marvin Lehmann (links), 18 Jahre, informiert sich bei Andreas Brinke vom Hauptzollamt Singen über die Ausbildungsmodalitäten. | Bild: Lukas Reinhardt

Junge Menschen aufklären über die Vielfalt an beruflichen Möglichkeiten in der Region, ihnen eine Orientierung geben, das sind die Ziele des Karrieretags. Der geht in diesem Jahr bereits in die 27. Runde. Für Claudia Heitzer, die Schulleiterin des BSZ, ist er damit eine Institution. "Die Vielfalt ist schon etwas Besonderes", erklärt sie und ergänzt: "Wir haben den Eindruck, dass hier eine tolle Stimmung herrscht, bei den Schülern, aber auch bei den Ausstellern."

Etwa 100 Aussteller, sagt Claudia Heitzer, ähnlich viele wie im vergangenen Jahr, haben ihre Stände in der Schule, der Sporthalle und der benachbarten Mensa aufgebaut. Einer von ihnen ist Reinhard Riegger. Der 43-Jährige führt ein zwölf Mann starkes Unternehmen für Garten und Landschaftsbau in Liggersdorf. "Wir haben aktuell wirklich Probleme, Auszubildende für unseren Berufszweig zu finden", klagt er. Das ist der Grund, warum er mit seinem Unternehmen in diesem Jahr das erste Mal dabei ist beim Karrieretag. Und bei Reinhard Riegger ist die Nachwuchsrekrutierung noch Chefsache. "Ich glaube, das zeigt, dass wir ein bodenständiges Unternehmen sind", sagt er.

Und das kommt gut an. Lukas Wenzel, 14 Jahre alt, hat "noch keinen Schimmer", was er werden möchte und informiert sich deshalb am Stand von Reinhard Riegger über den Beruf des Landschaftsgärtners. Mit dabei ist auch Vater Steffen Wenzel: "Wie soll man mit knapp 15 Jahren entscheiden, was man den Rest seines Lebens arbeitet?", fragt der 48-Jährige schulterzuckend. Er ist mit seinem Sohn im BSZ, um die verschiedenen Ausbildungsbetriebe der Region kennenzulernen. "Dafür ist der Karrieretag genau das Richtige", erklärt Steffen Wenzel. Und er spricht aus Erfahrung, denn sein 17 Jahre alter Sohn Silas hat im vergangenen Jahr wichtige berufliche Kontakte knüpfen können. "Und nun beginnt er im September eine Ausbildung zum Produktdesigner", erzählt Steffen Wenzel stolz.

Auch der SÜDKURIER ist wieder beim Karrieretag dabei: Lewis Kopp (links) klärt Ralf Kreiser, Schüler am BSZ, über technische Berufe im Medienhaus auf.
Auch der SÜDKURIER ist wieder beim Karrieretag dabei: Lewis Kopp (links) klärt Ralf Kreiser, Schüler am BSZ, über technische Berufe im Medienhaus auf. | Bild: Lukas Reinhardt

Genau diese Geschichten sind es, die den Karrieretag ausmachen, findet auch Bürgermeister Rainer Stolz. "Zu meiner Zeit gab es so etwas nicht", erinnert er sich. In seinen Augen dient der Karrieretag dazu, Brücken zu bauen, die Gespräche zwischen interessierten Berufseinsteigern und modernen Arbeitgebern ermöglichen.

Ein reges Gespräch gab es auch zwischen Zöllner Andreas Brinke und Schüler Marvin Lehmann. Der hat inzwischen genug Informationen über die Arbeit beim Hauptzollamt Singen gesammelt. "Ich möchte mich bewerben", erzählt Marvin Lehmann, "und hoffe, dort im September eine Ausbildung beginnen zu können."

Der Karrieretag am BSZ

Beim Karrieretag am Berufsschulzentrum (BSZ) in Stockach kommen Unternehmen und Schüler aus der gesamten Region zusammen. Vertreter von Hochschulen und Betrieben, Studien- und Ausbildungsbotschafter sowie ehemalige Schüler des BSZ Stockach, die von ihrer Karriere und ihren Erfahrungen nach der Schule berichten, tauschen sich hier aus. "Es ist auch ein Tag von Schülern für Schüler", erklärt Schulleiterin Claudia Heitzer. "Denn die Schüler des BSZ übernehmen einen großen Teil der Organisation." Auch Umfragen wurden in diesem Jahr durch Schüler gemacht, um den Karrieretag immer weiter zu verbessern. (lre)

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