Wann und aus welchem Grund haben Sie die Juniorfirma gegründet?

Karl Beirer:

Die JUFI haben wir 1997 gegründet. Hauptziel war, reale Aufgaben und Anwendungsfälle für Jugendliche zu schaffen und als Firma zu bearbeiten sowie Jugendliche in aktive Lernprozesse zu bringen. Die Schüler sollen durch „Learning by doing“ Wissen eigenverantwortlich anwenden. Verantwortung kann man nicht beigebracht bekommen. Jeder muss selbst Erfahrungen machen.

Hatten Sie oder Mitglieder der Juniorfirma die Idee zum Karrieretag?

Karl Beirer:

Den Karrieretag gab es schon vor der Juniorfirma. Neu war die Idee der Schüler, der Juniorfirma die Aufgabe der Organisation zu übertragen, damit die Kosten zu senken und für die Öffentlichkeitsarbeit, z.B. durch Printmedien, Sponsoren zu werben.

Wie viele Mitglieder hat die JUFI?

Markus Rüb

für die Schüler: Unsere Juniorfirma besteht aus insgesamt 37 Mitgliedern. Neun davon besuchen die 12. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums, die Anderen das erste oder zweite Jahr des Berufskollegs Technik.

Warum gibt es den Karrieretag und was sind die Ziele?

Markus Rüb:

Jugendliche sollen sich besser über einen Beruf informieren und bei Firmen im Umkreis vorstellen können. Die Firmen sowie Hochschulen sollen Ansprechpartner sein, die aufzeigen, wie der Weg weitergehen kann. Zudem lassen sich gut Praktikumsmöglichkeiten und Alternativen suchen. Im Café Stift oder beim Speeddating kann jeder selbst aktiv werden. Und auch Eltern und Lehrer können erfahren, was möglich ist.

Wie schafft ihr es, dass so viele Firmen am Karrieretag teilnehmen?

Markus Rüb:

Wir haben uns wohl einen ganz guten Ruf erworben. Entweder bekommen die Firmen Einladungen von der Juniorfirma oder die Firmen fragen selbst, ob sie am Karrieretag teilnehmen können. Zudem nehmen auch zehn Hochschulen am Karrieretag teil. Die etwa 80 Firmen kommen aus der Region von Konstanz bis Tuttlingen über Singen bis Überlingen.

Wie lange dauert die Planung und was ist dabei zu beachten?

Markus Rüb:

Die Planung der Juniorfirma für den Karrieretag läuft seit September. Die Mitglieder sind in verschiedenen Gruppen tätig. Diese haben dann vielfältige Aufgaben wie Besucherschulen zu informieren, am Infostand behilflich zu sein oder die Standplanung für die Firmen zu erledigen.

Wie intensiv kann man sich am Karrieretag über einen Beruf informieren?

Markus Rüb:

Hier ist jeder einzelne zur Vorbereitung aufgefordert. Zudem gibt es Fragebögen, welche man bei uns abholt. Man informiert sich über Jobguide und HP über die Firmen und deren Berufe. Die Fragen sollen helfen herauszufinden, ob man für den Beruf geeignet ist. Außerdem halten die Firmen Informationsflyer bereit und die Verantwortlichen am Stand informieren über den Beruf. Sie geben Auskunft darüber, wie man sich bewerben soll und worauf sie besonders Wert legen. Man kann sich erkundigen, wie die Firma die Auszubildenden unterstützt und wie es nach der Ausbildung weitergeht.

Was sind neben dem Karrieretag die Hauptaufgaben der Juniorfirma?

Markus Rüb:

„Die Organisation des DV-Seniorenkurses ist zum Beispiel eine Aufgabe. In dem Kurs wird älteren Leuten erklärt, wie man den Computer oder Smartphones nutzt und Programme wie Skype verwendet. Die Mitglieder planen auch Schulveranstaltungen mit der Schülermitverantwortung, kurz SMV. Zudem unterstützen sie Veranstaltungen zur Drogen- und Alkoholprävention: Wir betreuen einen Fahrsimulator, der zeigt, wie man unter Alkoholeinfluss Auto fährt. So können Jugendliche direkt erfahren, wie gefährlich das im Straßenverkehr wird.“

Spüren Sie einen gewissen Stolz, dass es an Ihrer Schule die Juniorfirma gibt?

Karl Beirer:

Klar bin ich auf diese Firma stolz. Wenn ich mir das Auftreten der Jugendlichen anschaue und überlege, was wir alles schon geschafft haben: Die DV-Kurse, die Entwicklung vom Flug- zum Fahrsimulator mit Anhänger bis zur Erweiterung der Werkstatt mit Kostenbeteiligung von 10 000 Euro. Das Zentrale daran ist, dass die Schüler in die Verantwortung gehen und praktische Erfahrung sammeln sowie echten Erfolg erleben.