Stockach – Während die einen auf ihren Urlaub hin fiebern und die anderen sich auf die freie Zeit in den Sommerferien freuen, reichen die Pläne von Kulturamtsleiter Stefan Keil und Georg Mais, Vorsitzender der Südwestdeutschen Mozartgesellschaft, schon weit ins nächste Jahr. Sie haben für die 28. Saison der Stockacher Meisterkonzerte ein attraktives Konzertprogramm mit hochklassigen Künstlern zusammengestellt. Bei einem Pressetermin berichtete Georg Mais, welche Künstler an den sechs Abenden kommen, und was es mit dem Konzert für Kinder und Familien auf sich hat.

Am 8. September geht es los

Der Flyer zur Veranstaltung soll Lust auf klassische Musik machen. Das erste Konzert findet am 8. September im Festsaal des Pestalozzi Kinder- und Jugenddorfes in Wahlwies statt. Unter der Leitung von Georg Mais spielt das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim Barock und Klassik. "Spannend, aber nicht progressiv" beschreibt Mais die Auswahl. Der aus Portugal stammende Solist, Trompeter José Pereira, war im vergangenen Jahr Preisträger des Internationalen Bodensee Musikwettbewerbs und gehört zu den besten Nachwuchskünstlern seines Fachs. "Ein solches Konzert ist nur möglich, weil das Kinderdorf sich an dem Projekt wirtschaftlich und organisatorisch beteiligt", betont Mais, der sich auf diesen stimmungsvollen Auftakt freut.

Wataru Hisasue spielt Bach und Beethoven im Bürgerhaus

Den jungen Japaner Wataru Hisasue hat Georg Mais schon persönlich getroffen. Der in Tokio, Freiburg und zuletzt an der UDK Berlin ausgebildete Pianist gehöre zum Besten, das in der Generation unterwegs ist, sagt Georg Mais. Er spielt am 19. Oktober im Bürgerhaus Adler-Post Werke von Johann Sebastian Bach, Robert Schumann und Ludwig van Beethoven.

Die Konzerte haben ein treues Publikum

Am 23. November erleben die Gäste einen Mozart-Schubert-Abend mit Ikuko Kitakado (Violine) und Keiko Hattori (Klavier). Die beiden Künstlerinnen studierten gemeinsam am Mozarteum in Salzburg. Georg Mais ist sicher: "Das wird ein toller Abend. Solche Darbietungen sind sonst auf diesem Niveau zu dem Preis nicht zu bekommen." Rund 115 Abonnenten sind bereits überzeugt von den Stockacher Meisterkonzerten, berichtet Stefan Keil. Andere Gäste besuchen einzelne Konzerte. Mais wagt einen Vergleich: "Hochgerechnet auf Hamburg würden wir bei dem Interesse in Stockach und der weiteren Region das Volksparkstadion füllen." Er ermuntert Neugierige, sich die Konzerte anzuhören. "Keiner braucht Angst zu haben. Die Musik an diesen Abenden ist eingängig und niveauvoll, sie gefällt sicher vielen Menschen."

Ukrainische Musiker präsentieren Musik von Strauß

Auch beim großen Neujahrskonzert in der Jahnhalle soll das Programm überzeugen. Zum sechsten Mal kommen die 18 bis 30 Jahre alten Musiker der Jungen Philharmonie Lemberg mit ihrem Dirigenten Volodymyr Syvokhip. Sie spielen Musik um Johann Strauß, die Sopranistin Luydmyla Ostash singt. Mit diesem Konzert sollte ein beschwingter Start ins neue Jahr gelingen.

Im Frühling, am 15. März, kommen mit Laura Lootens aus Belgien, die schon den ersten Preis bei Jugend musiziert gewann, und dem Brasilianer Aguiar Silva zwei junge Meister der klassischen Gitarre ins Bürgerhaus. Sie bieten ein spannendes Programm "von Bach bis Lateinamerika". Den Abschluss der Konzertreihe bildet am 12. April das Goldmund Quartett mit Florian Schötz, Pinchas Adt, Christoph Vandory und Raphael Paratore. Das Ensemble gilt als eines der besten deutschen Streichquartette und spielt im Bürgerhaus Weltliteratur der Kammermusik.

Das besondere Element: Beethoven für Kinder

Zusätzlich zu den Abo-Konzerten gibt es am 17. Februar ein Konzert für Kinder und Familien. Mit der etwa einstündigen Veranstaltung "Wir entdecken Beethoven" möchte Georg Mais Kindern die Musik und insbesondere diesen Künstler näher bringen. "Das ist ein toller neuer Weg, der nachhaltig das Interesse des jüngeren Publikums weckt", glaubt er. Im Dialog erfahren Kinder ab etwa sechs Jahren, wer Ludwig van Beethoven war.

Der junge Pianist Aaron Löchle spielt dazu Meisterwerke des Komponisten. Viele Werke sind bekannt, beispielsweise "Für Elise" oder die "Schicksalssinfonie" sowie das Hauptthema des letzten Satzes der neunten Sinfonie, die heutige Europahymne – das erleichtert Kindern den Zugang. Georg Mais ist im Gespräch mit dem Schulverbund Nellenburg. "Die Schüler möchten wieder mitwirken, das freut mich sehr."