„Jaaaaaaa“, schallt es begeistert aus den Reihen der rund 60 gespannten Grundschüler in der Aula der Sonnenlandschule Stockach als Antwort auf die Frage des Autors Manfred Mai, ob sie denn gerne läsen. Dieser ist in die Schule gekommen um vorzulesen – Geschichten und Gedichte aus eigener Feder.

Und er hat noch jemanden mitgebracht: Martin Lenz, Gitarrist, ebenfalls Schriftsteller und Schwiegersohn von Manfred Mai. Die musikalische Lesung fand im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen statt, welche die Stadtbüchereien im Kreis Konstanz mit vielen bekannten Schriftstellern veranstalteten, die in Schulen aus ihren Werken lesen und für Fragen zur Verfügung stehen. Der Kontakt lief über Bibliotheksleiterin Gabriele Gietz und Lehrerin Renate Fröhlich.

Martin Lenz (l.) und Manfred Mai besuchen im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen die Sonnenlandschule.
Martin Lenz (l.) und Manfred Mai besuchen im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen die Sonnenlandschule. | Bild: Constanze Wyneken

Mai und Lenz hatten für die Sonnenlandschule ein liebevolles, authentisches Programm zusammengestellt, welches Texte und Musik vereint und auf eine spielerische und fröhliche Weise vermittelt, dass die Kinder sich der phantastischen Welt, die sich ihnen da eröffnet, kaum entziehen können.

Mai und Lenz holten die Kinder da ab, wo sie sind und reagierten spontan auf Situationen und Emotionen. Beim ersten Text und beim ersten Lied testeten sie noch, wie die Kinder auf die Musik reagieren: Die Begeisterung war sofort da und es wurde geklatscht, was das Zeug hielt.

Im besten Sinne interaktiv

Als nächstes durften die Kinder in einem Song aufstehen, die Arme hochreißen, in die Knie gehen, mitsingen – das machte und hielt wach. Besinnlich wurde es in dem Lied „Kennst Du dieses Kribbeln auch?“, in dem es um Verliebtheit ging und um den ersten Kuss auf den Mund (Reaktion der Kinder: „bääääääh“).

Als gegen Ende der Stunde die Konzentration etwas nachließ, musste etwas Spannendes her: eine Abenteuergeschichte, in der ein kleiner Junge mit dem Fahrstuhl in die Unterwelt fuhr.

Manfred Mai (l.) und Martin Lenz vor den gespannten Grundschülern der Sonnenlandschule Stockach.
Manfred Mai (l.) und Martin Lenz vor den gespannten Grundschülern der Sonnenlandschule Stockach. | Bild: Constanze Wyneken

„Lieder und Geschichten gehören zusammen“, sagt Manfred Mai und reiht sich damit in die Jahrtausende alte Tradition ein, welche in der Folklore eines jeden Landes dieser Erde gepflegt wurde und wird und nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene begeistert und verzaubert.

Vorlesen ist spürbare Zuneigung

Manfred Mai und Martin Lenz geben Kombinationen aus Kinderbuch und CD heraus: mit Liedern, die zu den Texten passen, und umgekehrt. Lieder halten die Aufmerksamkeit wach, sowohl in den Lesungen als auch zuhause beim Lesen, und man kann auch mitmachen, mithüpfen, mitsingen oder mitklatschen. Die Bücher und Konzerte sind also interaktiv.

Die Kinder reagierten mit großer Begeisterung. Mai erklärte das so: „Die Kinder von heute sind so überflutet von Medien aller Arten, aber sie kennen es kaum noch, etwas vorgelesen zu bekommen. Wenn ich jemandem vorlese, schenke ich ihm meine Zeit. Vorlesen ist also Zuneigung. Und das spüren die Kinder.“