Viele Einwohner von Zizenhausen, Hoppetenzell und Windegg wünschen es sich sehnlichst: das schnelle Internet. Und die Stadtverwaltung habe eigentlich auch alle Planungen dazu fertig, sagt Rechnungsamtsleiter Bernhard Keßler, der das Projekt in der Stadtverwaltung federführend betreut. Geplant sei zunächst, die Kabelverzweiger der Deutschen Telekom mit Glasfaserleitungen zu erreichen, während die Strecke zwischen dem Kabelverzweiger und den Gebäuden mit Kupferleitungen zurückgelegt wird – ein sogenannter FTTC-Ausbau (Fibre to the curb, wörtlich Glasfaser bis zum Randstein). Die Planungen bereiten einen weiteren Ausbau bis in die Gebäude vor. Doch mehrere Punkte machen den Fortschritt schwierig, berichtet Keßler im Vorfeld der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 16. Mai, in der das Thema auf der Tagesordnung steht.

Einerseits stehe der Zuschussbescheid vom Landesinnenministerium noch aus. Dort habe die Stadtverwaltung den Antrag im Frühjahr 2017 eingereicht. Andererseits habe sich auf eine erste Ausschreibung für die Bauarbeiten kein Unternehmen gemeldet, sagt Keßler. Und schließlich habe vor Kurzem die Deutsche Telekom doch noch Interesse daran gezeigt, den Breitbandausbau in Zizenhausen und Windegg selber auszuführen – obwohl das Unternehmen noch 2016 mitgeteilt habe, den Ausbau nicht übernehmen zu wollen, so Keßler. Damals habe die Stadtverwaltung mögliche Betreiber angesprochen, ob sie die Leitungen in den drei Orten ausbauen wollen, was laut der Sitzungsvorlage für das Genehmigungsverfahren notwendig gewesen sei. Eigentlich sei die Telekom an diese Aussage für drei Jahre gebunden, heißt es darin weiter, das wäre bis April 2019.

Für die Stadt gehe es daher nun um die Entscheidung, ob man mit Hilfe der Bundesnetzagentur versuchen solle, den Ausbau trotzdem in eigener Regie umzusetzen, oder ob man die Telekom arbeiten lasse. Dafür hoffe man laut Keßler noch auf deutlichere Aussagen des Unternehmens zu einem Ausbau in Hoppetenzell, den die Telekom laut der Vorlage erst nach Verhandlungen mit der Stadtverwaltung angekündigt habe. Einen Beschlussvorschlag der Verwaltung gibt es in der Sitzungsvorlage daher nicht, weil Abklärungen noch laufen. Die Telekom hat auf eine schriftliche Anfrage an die Pressestelle bis zum Abend keine Stellungnahme abgegeben.

Die Sitzung des Gemeinderats beginnt laut Vorlage am Mittwoch, 16. Mai, um 18.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Stockacher Rathauses. Das Gremium wird sich unter anderem auch mit verschiedenen Bebauungsplänen, Altlastenuntersuchungen am Altstandort des Gaswerks Stockach, der Sanierung der Beleuchtungsanlage in der Johanniterhalle Hoppetenzell und der Schöffenwahl beschäftigen