Ein 27-Jähriger hat sich wegen illegalen Drogen- und Waffenbesitzes vor dem Amtsgericht Stockach verantworten müssen. Er soll in den Jahren 2017 und 2018 zweimal zehn Gramm Amphetamin gekauft und Schlagringe, Schlagringmesser und ein Elektroschockgerät in seiner Wohnung aufbewahrt haben.

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Im Strafregister des Mannes, der nebenberuflich als Sicherheitskraft arbeitet, finden sich bislang keine Einträge. Im Herbst des vergangenen Jahres wurde die Polizei auf ihn aufmerksam und durchsuchte seine Wohnung. Hierbei stießen die Beamten auf die Waffen und rund vier Gramm Amphetamin, die von seinen Käufen noch übrig geblieben waren. Der 27-Jährige gab vor Gericht an, gewusst zu haben, dass der Besitz der Gegenstände illegal ist. Allerdings habe er nur zu wenigen Anlässen Drogen konsumiert und nehme mittlerweile an einem Abstinenzprogramm teil. Die Waffen hätten ihm Freunde geschenkt, da er Messer sammele. „Ich habe die nie mitgeführt“, versicherte er, zeigte sich jedoch in vollem Ausmaß geständig: „Das war halt meine eigene Blödheit.“ Er forderte die Waffen zudem nicht zurück, sondern sagte zu, sie der Polizei überlassen zu wollen.

Trotz des kooperativen Verhaltens forderte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 140 Tagessätzen. Der Verteidiger des Angeklagten plädierte dagegen für nicht mehr als 90 Tagessätzen. Der Grund hierfür: Erst ab einem höheren Strafmaß kommt es zu einem Eintag in das Führungszeugnis. Wie der Verteidiger betonte, drohe dem Angeklagten ansonsten eine Kündigung, da er als Sicherheitskraft in regelmäßigen Abständen einen Nachweis erbringen müsse, dass keine Vorstrafen vorliegen. Auch seine andere Arbeitsstelle würde der 27-Jährige vermutlich verlieren, da ihm wegen des Drogenbesitzes der Entzug des Führerscheins droht.

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Richterin Julia Elsner zeigte sich davon nur wenig beeindruckt. „Man soll eben nicht auf dem Ast sägen, auf dem man sitzt“, sagte sie dem Angeklagten. Zudem kritisierte sie den Besitz der Schlagringe aufs Schärfste: „Wenn jemand, der im Sicherheitsbereich tätig ist, unerlaubt Waffen besitzt, finde ich das unheimlich.“

Bei der Urteilsverkündung ließ Julia Elsner dennoch Gnade walten und verurteilte den 27-Jährigen zu einer Geldstrafe von 5400 Euro in 90 Tagessätzen zu je 60 Euro. Als Grund hierfür sah sie die besondere Strafempfindlichkeit des Angeklagten durch seine Arbeit als Sicherheitskraft. Zudem berücksichtigte sie sein Geständnis und das kooperative Verhalten des Mannes. „Der Angeklagte hat auf mich einen ganz passablen Eindruck gemacht“, stellte sie fest und glaubte ihm, dass er die Waffen nur als Sammler und nicht für Übergriffe besessen hatte. Dennoch ermahnte sie den 27-Jährigen, sich in Zukunft korrekt zu verhalten, um Vorstrafen zu vermeiden.