Vom berühmten Schwabenalter kann man natürlich bei den kleinen Musikern nicht sprechen, aber die Musikschule Stockach feierte im Jahr 2017 ihr 40-jähriges Bestehen. Neben vielen Aktivitäten und Feierlichkeiten anlässlich dieses Jubiläums im Laufe des Jahres, sollte der traditionelle Vorspielnachmittag am ersten Adventswochenende im voll besetzten Saal des Bürgerhauses Adler-Post nun die gelungene Abschlussveranstaltung werden. Und von einer sehr gelungenen und unterhaltsamen Veranstaltung kann man nach fast drei Stunden musikalischer Darbietungen wirklich sprechen.

Annabell Ruffert (links) und Nina Kempter aus der Blockflötenklasse von Heidi Schuler schreckten bei ihrem Blockflötenspiel auch vor Beethovens ´Götterfunken´ nicht zurück.Bild: Reinhold Buhl
Annabell Ruffert (links) und Nina Kempter aus der Blockflötenklasse von Heidi Schuler schreckten bei ihrem Blockflötenspiel auch vor Beethovens ´Götterfunken´ nicht zurück.Bild: Reinhold Buhl

Mit 24 Programmpunkten war der musikalische Nachmittag sowohl für die ungefähr 140 kleinen Aktiven wie auch für die vielen Eltern, Großeltern und Verwandten als Zuhörer eine ziemlich anstrengende Herausforderung. Neben vielen Einzeldarbietungen gab es auch einen Auftritt vom Kammerorchester "Divertimento 17", unter der Leitung von Klaus Uhrmeister, das das interessante Stück Pizzicato des deutschen Komponisten aus der Vorklassik, Christoph Willibald Gluck, zu Gehör brachte. Bei der Pizzicato-Technik werden die Saiten nicht mit dem Bogen gestrichen, sondern mit den Fingern der rechten Hand gezupft. Eine Technik, die die jungen Musiker bereits gut beherrschten. Auch das Schulorchester unter der Leitung von Luca Dobrunz wagte sich an das anspruchsvolle Stück "The Tempest" von Robert W. Smith heran. Bei den vielen Einzeldarbietungen kam die gesamte Bandbreite der Musikinstrumente zum Einsatz. Heidi Schuler, die seit Jahren für die musikalische Früherziehung in der Musikschule Stockach zuständig ist und als Ansagerin aus dem off durch das nachmittägliche Programm führte, freute sich über den Auftritt ihrer Blockflötenklasse, die nichts Geringeres als Beethovens "Freude schöner Götterfunken" zu Gehör brachte.

Keine Angst vor großen Instrumenten bewiesen Robin Jagow (rechts) und Brigitte Gommeringer, die im Gruppenspiel, unter der Leitung von Luca Dobrunz, ihren vollen Einsatz brachten.Bild: Reinhold Buhl
Keine Angst vor großen Instrumenten bewiesen Robin Jagow (rechts) und Brigitte Gommeringer, die im Gruppenspiel, unter der Leitung von Luca Dobrunz, ihren vollen Einsatz brachten.Bild: Reinhold Buhl

Annabell Morgenstern verzauberte am Klavier die Zuhörer mit "L´Après-midi" aus dem Film "Die fabelhafte Welt der Amèlie".

Dass man Titel wie "Smoke on the water" von Deep Purple auch ohne Gitarren interpretieren kann, bewies die Fagottino- und Fagottklasse unter der Leitung von Michael Schönberger. Aus der Gesangklasse, unter der Leitung von Yvonne Münzer, überzeugten Marlene Honig und Mathis Schuller (Gesang und Gitarre) mit dem wunderbaren Stück "More than words" vom Pop Duo Extreme und ließen damit die älteren Gäste an ihre alten seligen Musikzeiten zurückdenken. Alles andere als sanften Pop boten dann Ferdinand Senger (Pauke) und Piranavan Chivakurunathan (Drumset), die das Duett Rock I vom Komponisten Gerhard Bergauer in fulminanter Lautstärke darboten. Mit der Prelude in cis-moll op. 3 von S. Rachmaninov bewies der junge Pianist Samuel Schatz, welch hohes Niveau bei der Arbeit der Musikschule erreicht wird, sehr zur Freude der Klavierlehrerin Svetlana Maier, die bei mehreren Vorträgen die Klavierbegleitung übernahm. Den Schlusspunkt des musikalisch prallgefüllten Nachmittags setzte dann Musikdirektor und Leiter der Musikschule Helmut Hubov mit dem Schulorchester und dem Medley "The best of Queen", an dem sicher auch der legendäre Queen-Frontmann Freddy Mercury seine wahre Freude gehabt hätte, so, wie die vielen Zuhörer.

Die mexikanische Weise ´La Cucaracha´ klingt zweistimmig auf der Trompete einfach am besten. Das zeigten die beiden jungen Trompeter Josef Puga (links) und Felix Wegmann, die von Musikdirektor Helmut Hubov das Trompetespielen lernen.Bild: Reinhold Buhl
Die mexikanische Weise ´La Cucaracha´ klingt zweistimmig auf der Trompete einfach am besten. Das zeigten die beiden jungen Trompeter Josef Puga (links) und Felix Wegmann, die von Musikdirektor Helmut Hubov das Trompetespielen lernen.Bild: Reinhold Buhl

 

Ehrungen

Musikverbandspräsident Johannes Steppacher nahm die Ehrungen vor:

  • Mit dem Jungmusikerleistungsabzeichen (JMLA) in Bronze wurden folgende Kinder und Jugendliche ausgezeichnet: Mara Ruh, Samuel Schramm, Linn Ruby, Annelie Fellhauer, Luis Amann, Mia Schnitzler, Annika Richter, Shannon Keller, Frida Hornscheidt, Marlene Gaschler, Jeanette Wegmann, Vincent Ott, Isabella Scherer, Lena Reitenbach, Larissa Wichert, Benjamin Gommeringer, Brigitte Gommeringer, Sophia Messmer, Tharmika Chivakurunathan, Jeremia Schramm, Marlene Scherer, Silas Gaschler, Jacob Pfaff.
  • Das JMLA in Silber erhielten: Johannes Okker, Sophie Muffler, Piranavan Chivakurunathan, Samuel Happle, Adrian Kramer, Vy Phoung Nguven, Christin Walpert.
  • Das JMLA in Gold erhielten: Katharina Schönberger, Jan Keller und Luca Dobrunz. (rb)

 

David Lawrenz aus der Gitarrenklasse von Matthias Fröhlich bekam für seinen ´Irish Song´ viel Applaus.Bild: Reinhold Buhl
David Lawrenz aus der Gitarrenklasse von Matthias Fröhlich bekam für seinen ´Irish Song´ viel Applaus.Bild: Reinhold Buhl