Es ist ein markanter Turm, der an der Bundesstraße 313, im Norden des Stockacher Ortsteils Zizenhausen, steht. Zahlreiche Fahrzeuge passieren das Gebäude jeden Tag. Fulminant steht darauf, der Turm gehört zum gleichnamigen Futtermittelhersteller. In den Gebäuden an der Meßkircher Straße läuft seit zehn Jahren eine Erfolgsgeschichte, wie Rolf Fischer berichtet, Geschäftsführer und Eigentümer des Unternehmens. Denn im Juni 2008 habe das Unternehmen mit einer Handvoll Personen in der Belegschaft angefangen. Inzwischen arbeiten 20 Menschen dort. Die Mitarbeiterzahl sei mit dem Umsatz gewachsen, erzählt Fischer – und mit der Menge, die verarbeitet wird. Etwa 8000 Tonnen Material schlage man im Jahr um, so der Geschäftsführer, zehnmal so viel wie vor zehn Jahren.

Die Mitarbeiter der ersten Stunde bei Fulminant (von links): Berthold Jung, Daniela Fischer, Geschäftsführer Rolf Fischer, Manuela Haustein, Alfons Müller und Nicole Streit. Sie sind seit zehn Jahren im Unternehmen.
Die Mitarbeiter der ersten Stunde bei Fulminant (von links): Berthold Jung, Daniela Fischer, Geschäftsführer Rolf Fischer, Manuela Haustein, Alfons Müller und Nicole Streit. Sie sind seit zehn Jahren im Unternehmen. | Bild: Jessica Dietz

Dabei war dieser Erfolg offenbar nicht unbedingt absehbar: „Als ich angefangen habe, war eine schwierige Zeit in der Branche. Viele Rohstoffe waren knapp“, erzählt Fischer. Ganz aus dem Nichts hat er in Zizenhausen zwar nicht angefangen. Schon seit 1984 werde am Standort Mineralfutter produziert, zunächst vom Unternehmen Vitakorn. Dort arbeitete Fischer damals im Außendienst. Als der Chef des früheren Unternehmens altershalber aufgegeben habe, habe er die neue Gesellschaft gegründet, so Fischer – die Produktion konnte weitergehen. Aber trotz dieser Vorgeschichte seien viele Mitbewerber skeptisch gewesen, Quereinsteiger gebe es in der Branche sehr selten.

Ein Blick in die Produktion des Futtermittelherstellers. Vieles läuft automatisiert ab.
Ein Blick in die Produktion des Futtermittelherstellers. Vieles läuft automatisiert ab. | Bild: Mirjam Schultheiß

Was auf dem Werksgelände produziert wird, sind hauptsächlich Mineralstoffe für verschiedene Nutztiere. Landwirte fütterten diese als Ergänzung zum hofeigenen Futter, so Fischer. Im Angebot hat sein Unternehmen Granulate, Pellets und feste Massen – die letzteren funktionieren im Prinzip wie ein Salzstein im Kleintierkäfig, nur wesentlich größer. Absatzgebiet: ganz Deutschland, Schweiz, Belgien, Luxemburg, die Slowakei, Tschechien und Österreich, wobei der Schwerpunkt auf Deutschland und der Schweiz liege, sagt der Geschäftsführer.

Ist Zizenhausen für ein Geschäft, bei dem große Massen bewegt werden müssen, ein günstiger Standort? „Wir fühlen uns wohl am Standort Stockach“, sagt Fischer dazu. Im süddeutschen Raum sei Fulminant der einzige Hersteller von Mineralfutter, er hebt die Nähe zur Schweiz hervor. Und die Zahlen, die er bei den Investitionen nennt, klingen nach einem Bekenntnis zum Standort: „Vor zwei Jahren haben wir 1,5 Millionen Euro in eine neue Mischanlage investiert.“ Die sei nun topmodern und werde vollautomatisch vom Computer gesteuert. Demnächst plane das Unternehmen, eine neue Halle für Versand und Lagerung zu errichten. Und auch die Nachfolge sei gesichert. Ein Sohn wolle das Geschäft einmal übernehmen, erzählt der 58-jährige Fischer.