Stockach – Zur Titelmelodie des ARD-Tatorts eröffnete Hubert Steinmann, der Vorsitzende des Krankenhausfördervereins, dessen Generalversammlung im Gemeinschaftsraum des Krankenhauses Stockach. Denn die stand unter der Überschrift "Tatort Krankenhaus". Der Förderverein konnte im vergangenen Jahr dazu beitragen, einen langwierigen Fall zu lösen: Steinmann zog ein positives Fazit der Erweiterung und Neugestaltung des Patienten-Aufnahmebereichs. Diese Maßnahme sei schon seit längerem geplant gewesen, hatte aber bisher aus Kostengründen nicht durchgeführt werden können. Das habe sich erfreulicherweise im vergangenen Jahr mit den Rekordeinnahmen von knapp 90.000 Euro an Beiträgen und Spenden geändert, sodass die Finanzierung gesichert und die Maßnahme in Angriff genommen werden konnte.

Laut Steinmann will der Förderverein dazu beitragen, das Krankenhaus zukunftssicher zu machen, indem man Patienten und Besucher an das Haus bindet. Dies geschehe unter anderem durch einen freundlichen, hellen und damit einladenden Aufnahmebereich. „Wir wollen unseren Besuchern die Schwellenangst, die zweifellos beim Betreten eines Krankenhauses vorhanden ist, nehmen“, sagte Steinmann. Besonders bedankte er sich bei der Stadt, bei der Krankenhausleitung sowie bei Architekt Roland Fiedler, der hervorragende Arbeit geleistet und alle Handwerker zu nicht unerheblichen Spenden erfolgreich ermuntert habe.

Kassiererin Gudrun Stolz nannte – neben vielen Zahlen – die Mitgliederzahl von 1023, das Spendenaufkommen im Jahr 2015 in Höhe von sehr erfreulichen 68.700 Euro und den Ausgaben für Fördermaßnahmen von 46 600 Euro. „Insgesamt haben wir seit 1999 Krankenhausprojekte in Höhe von 390 000 Euro fördern können“, erläuterte Gudrun Stolz. Hubert Steinmann gab für das Jubiläumsjahr 2018 eine Zielmarke von 500 000 Euro an Fördermitteln aus – ein ehrgeiziges Ziel.

Bürgermeister und Krankenhaus-Aufsichtsratsvorsitzender Rainer Stolz war beeindruckt vom „Feuerwerk an Aktivitäten des Fördervereins“. Er und hob die Leidenschaft, mit der die Vorstandschaft ans Werk gehe, besonders hervor: „Wir sind glücklich, diesen Krankenhausförderverein zu haben.“ Steinmann freute sich über eine große Anzahl von anwesenden Mitgliedern bei der Versammlung.

Der neue Geschäftsführer, Berthold Restle, der vor kurzem den Posten von Martin Stuke übernahm, zeigte sich sehr erfreut über die jährlich steigenden Fall- und damit Patientenzahlen. 2015 waren es 3200. Natürlich erfordere die hohe Patientenfrequenz auch mehr Personal. Im Moment beschäftigt das Krankenhaus 154 Mitarbeiter und ist damit ein großer Arbeitgeber im Raum Stockach. Die nächste geplante große Baumaßnahme ist der neue Bettentrakt. Sie ist mit vier Millionen Euro kalkuliert und soll begonnen werden, sobald der Förderbescheid des Landes vorliegt.

Nicht nur Franz Ziwey, der frühere Bürgermeister und frühere Vorsitzende des Fördervereins, wunderte sich über Restles Aussage, dass das Krankenhaus Stockach bei jedem Ambulanz-Patienten 88 Euro drauflege. „Da sind doch die Kostenträger gefordert“, ereiferte sich Ziwey, was mit Zustimmung aus der Versammlung quittiert wurde. Der ärztliche Direktor Jürgen Brecht wies darauf hin, dass die 24-Stundenversorgung des Krankenhauses sein großes Anliegen sei. „Da müssen wir noch wahrnehmbarer werden“, forderte Brecht.

Hubert Steinmann gab bekannt, dass für den Förderverein als nächstes die Gestaltung der Außenlage des Krankenhauses auf dem Programm stehe. Die Firma Paul Saum in Liggersdorf wolle die Arbeiten übernehmen und bezahlen, wie Steinmann anmerkte. Das honorierten die Anwesenden mit anerkennendem Applaus.

Pläne für Krankenhaus

Der geplante Neubau eines Bettentrakts am Stockacher Krankenhaus ist mit rund vier Millionen Euro Kosten veranschlagt. Er umfasst die neue Heiztechnik im Untergeschoss und neue Untersuchungsräume. Ferner sollen zwei Etagen neue Patientenbetten erhalten. Patienten sollen noch durch eine weitere Maßnahme profitieren: Die Doppelbenutzung von Nasszellen durch Patienten in zwei nebeneinander liegenden Zimmern soll durch einen entsprechenden Ausbau zukünftig entfallen.