Der erste Flugversuch des Stockacher Jungstorchs ging am Sonntagmorgen schief: Erst landete er auf dem Dach des Kulturzentrums, hüpfte auf das daneben, dann rutschte er über einen Schneefang ab, geriet gegenüber gegen ein Fenster und landete schließlich auf dem Gehweg vor dem Bürgerhaus.

Daniela Grundler, Anwohnerin und Hausmeisterin der Adler Post, sah alles und schaut sofort nach, ob dem dem Jungstorch gut ging.

Der Jungstorch stand unverletzt, aber verwirrt auf dem Gehweg an der Hauptstraße, hier vor der VHS.
Der Jungstorch stand unverletzt, aber verwirrt auf dem Gehweg an der Hauptstraße, hier vor der VHS. | Bild: Löffler, Ramona

Der Vogel zitterte etwas und lief auf dem Gehweg herum, schien aber unverletzt. Daniela Grundler verständigte sofort die Redaktion wegen Kontakten zu Rettern, die den Storch wieder ins Nest bringen könnten.

Der Jungstorch hatte noch nicht genug Erfahrung, um abheben und ins Nest fliegen zu können.
Der Jungstorch hatte noch nicht genug Erfahrung, um abheben und ins Nest fliegen zu können. | Bild: Löffler, Ramona

Das Tier konnte mangels Erfahrung nicht vom Boden starten, abheben und zurück ins Nest auf dem Kriegerdenkmal fliegen.

Da die Storchebeauftragten gerade nicht verfügbar waren, mobilisierte die Redaktion die Tierrettung, die zu diesem Zeitpunkt beim Kreisfeuerwehrtag in Bodman zu Gast war.

Tierrettung und Feuerwehr rücken an

Uwe Hartmann, Stockacher Feuerwehrkommandant, der ebenfalls in Bodman war, organisierte weitere Hilfe: Wenig später kam Feuerwehrmann Roman Brandys mit dem Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Stockach zum Kriegerdenkmal.

Bis alle Retter eintrafen, sorgten Daniela Grundler und Umweltzentrum-Leiterin Sabrina Molkenthin dafür, dass der Storch nicht auf die Straße lief oder erschreckt wurde. „Wir haben die Leute umgeleitet“, sagte Sabrina Molkenthin.

Beide Frauen waren beruhigt, dass dem Jungstorch beim Absturz nichts passiert war. Er habe sich zwar übergeben, sei aber nach der unfreiwilligen Landung gleich herumgelaufen.

Doris Mann von der Tierrettung nähert sich dem Storch vorsichtig mit einem Kescher. Rechts steht Daniela Grundler und hilft ihr.
Doris Mann von der Tierrettung nähert sich dem Storch vorsichtig mit einem Kescher. Rechts steht Daniela Grundler und hilft ihr. | Bild: Löffler, Ramona
Es klappt auf Anhieb.
Es klappt auf Anhieb. | Bild: Löffler, Ramona

Tierretterin Doris Mann fing den Jungstorch schließlich mithilfe von Daniela Grundler sowie Sabrina Molkenthin ein.

Der Storch setzt sich hin. Er wehrt sich nicht.
Der Storch setzt sich hin. Er wehrt sich nicht. | Bild: Löffler, Ramona

Das Jungtier bekam zur Beruhigung zwei Handtücher umgelegt.

Doris Mann und Sabrina Molkenthin, Leiterin des Umweltzentrums Stockach, nehmen den Jungstorch aus dem Kescher und hüllen ihn zur Beruhigung in ein Handtuch.
Doris Mann und Sabrina Molkenthin, Leiterin des Umweltzentrums Stockach, nehmen den Jungstorch aus dem Kescher und hüllen ihn zur Beruhigung in ein Handtuch. | Bild: Löffler, Ramona
Der Storch hält unter dem beruhigenden Tuch ganz still.
Der Storch hält unter dem beruhigenden Tuch ganz still. | Bild: Löffler, Ramona
Roman Brandys von der Feuerwehr Stockach bringt die Drehleiter in Position.
Roman Brandys von der Feuerwehr Stockach bringt die Drehleiter in Position. | Bild: Löffler, Ramona

Dann kam das Feuerwehr-Taxi: Roman Brandys fuhr Doris Mann und die Autorin dieses Textes mit den Storch im Drehleiterkorb zum Nest hoch.

SÜDKURIER-Redakteurin Ramona Löffler (links) und Doris Mann mit dem Storch in zwei Handtüchern werden von Roman Brandys (Hintergrund) zum Nest hochgefahren.
SÜDKURIER-Redakteurin Ramona Löffler (links) und Doris Mann mit dem Storch in zwei Handtüchern werden von Roman Brandys (Hintergrund) zum Nest hochgefahren. | Bild: Sabrina Molkenthin
Langsam erhebt sich das Feuerwehr-Storchentaxi in die Höhe.
Langsam erhebt sich das Feuerwehr-Storchentaxi in die Höhe. | Bild: Sabrina Molkenthin

Dort hob ihn die Tierretterin vorsichtig hinein. Statt verängstigt zu sein und sich nach der Aufregung hinzusetzen, blieb der Vogel aber einfach stehen und schaute sich um.

Doris Mann setzt den Jungstorch in das Nest auf dem Kriegerdenkmal.
Doris Mann setzt den Jungstorch in das Nest auf dem Kriegerdenkmal. | Bild: Löffler, Ramona
Der Jungstorch ist wieder sicher im Nest zurück.
Der Jungstorch ist wieder sicher im Nest zurück. | Bild: Sabrina Molkenthin

Entgegen anderer Befürchtungen unternahm er nicht direkt einen neuen Flugversuch. Er schüttelte nur etwas seine Flügel aus. Feuerwehr und Tierrettung konnten wieder abrücken.

Der Storch bleibt trotz Schrecken nach diesem unfreiwilligen Abenteuer stehen und schaut sich um.
Der Storch bleibt trotz Schrecken nach diesem unfreiwilligen Abenteuer stehen und schaut sich um. | Bild: Löffler, Ramona

Kirchenbesucher verfolgten die Rettungsaktion für den Jungstorch. Vor allem die Kinder waren vom Drehleiterfahrzeug im Einsatz fasziniert.