Mit einem Festakt wird die Fertigstellung der Kinderkrippe und des Schülerhorts in den Stegwiesen gefeiert. Die ehemaligen Aus- und Übersiedlerheime sind nach ihrem Um- und Neubau wahre Wohlfühloasen für die Kleinsten von einem bis drei Jahren und Schulkinder von sechs bis zehn Jahren geworden. Im grünen und gelben Haus sind 45 Krippenkinder untergebracht. Die fünfte Gruppe wird im Januar voll sein. Im orangen Haus und dem großzügigen Anbau verbringen 50 Grundschüler ihre Freizeit, maximal 60 könnten im Schülerhort aufgenommen werden. Der Innenhof bietet Spielgeräte und freie Flächen für alle Kinder.

Bürgermeister Rainer Stolz sagte, dieser Tag sei für alle Beteiligten ein Festtag, den man sich über zehn Jahre hinweg erarbeitet habe. "Wir haben kleine Schritte gewagt, den Ausbau eines einzelnen Gebäudes zur Krippe, dann Krippe und Hort." Als absehbar war, dass der Bedarf größer sei, habe man den Neubau beschlossen. "Wir haben hier zwei Millionen Euro in Kinderbetreuung und Kinderwachstum investiert", sagte Stolz. Dazu kommen noch 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich. Mit dem Hort habe sich Stockach gegen die vorherrschende gesellschaftspolitische Ausrichtung hin zur Ganztagsschule entschieden. Viele Eltern benötigten andere Angebotsformen als diese "Normlösung". Und so gehe es nicht nur um ein Gebäudeobjekt, sondern um ein Gesellschaftsobjekt, befand Stolz: "Wir gehen offen auf die Kinder zu. Wir wollen, dass sie ihre Fähigkeiten entwickeln. Das ist gelungen und das darf man auch mal sagen."

Die Leiterin des Schülerhorts, Susanne Fricke, dankte den Verantwortlichen gemeinsam mit Dorothee Schnell, Leiterin der Kinderkrippe, für die Verwirklichung dieses Projekts: "Wir wissen es durchaus zu würdigen, was wir an schönen Räumen erhalten haben. Das ist alles andere als selbstverständlich." Es sei für sie und ihr Team sehr schön zu sehen, wie die Kinder die neuen Räume belebten und beseelten. Susanne Fricke sagte, es müsse möglich sein, sich nach der Schule in eine Kleingruppe zurückzuziehen. Durch das gemeinsame Einrichten mit den Kindern seien die Räume heimelig geworden: "Es hat uns Spaß gemacht, die Einrichtung mit den Kindern in Besitz zu nehmen."

Fachbereichsbeauftragte Stefanie Lippelt freute sich, dass die Stadt sich für den Hort entschieden habe. Für gute Pädagogik brauche man schöne Räume und hier gebe es wunderschöne Räume. "Gesellschaftlich gibt es viele Umbrüche. Für uns und die Kinder bedeutet der Hort Wurzeln, Sicherheit, sich wohlfühlen, zu Hause sein – einen Raum, der einlädt, da zu sein und sich zu entwickeln", sagte Stefanie Lippelt. Kinder bräuchten heute andere Kompetenzen als früher. Gelebte Demokratie sei im Schülerhort das A und O. "Wir leben Inklusion und Vielfalt." Auch die Unterstützung von Familienstrukturen werde immer wichtiger. Das tolle Ergebnis der Baumaßnahmen zeige die Wertschätzung, die der Arbeit in Krippe und Hort entgegengebracht werde.

In der mit hellen Farben gestalteten Kinderkrippe sind die Gruppen altersgemischt. Es gibt einen Kreativraum, wo Kinder unterschiedlicher Gruppen etwas gestalten können und einen Bewegungsraum, der von allen gerne genutzt wird. In der geräumigen Küche wollen sie bald Ausstecherle backen, erzählte die stellvertretende Leiterin der Krippe, Beate Ceglarek. Die Gruppenräume bieten viel Platz zum Spielen, aber wenn das Wetter es zulässt, wollen die Erzieherinnen auf den neuen Innenhof. Bewegung an der frischen Luft sei ihnen sehr wichtig. Die Stimmung im Team und mit den Kindern sei sehr gut. "Wir sind glücklich, für uns sind die zwei Häuser perfekt", sagte Dorothee Schnell.

Kleinkindbetreuung

Der Bezug des neuen Schülerhorts in den Stegwiesen ermöglichte den Ausbau der Kinderkrippe in den daneben befindlichen Häusern Nellenbadstraße 4 und 6. Das Konzept zum Ausbau der Kleinkindbetreuung in Stockach aus dem Jahr 2007 wurde damit abschließend umgesetzt. Ob die Nachfrage mit diesem Angebot abgedeckt ist, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Mit zusätzlichen Plätzen in Wahlwies und Zizenhausen werden weitere Kapazitäten geschaffen, die gegebenenfalls für den Kleinkindbereich genutzt werden können. (wig)